Privat Krankenversicherte müssen sich ab 2019 darauf einstellen, dass sich die Pflege-Pflichtversicherung deutlich verteuern wird. Das prognostiziert PKV-Verbandschef Uwe Laue auf der Jahrestagung des PKV-Verbandes, wie mehrere Branchenmedien übereinstimmend berichten. Das gelte zumindest für Selbstständige und Angestellte, bei denen die Pflegekosten nicht durch Beihilfen aus Steuergeldern gepäppelt werden wie bei Beamten.

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„Wir rechnen noch, aber für die Selbstständigen und Angestellten unter unseren Versicherten wird es zu Beitragsanhebungen zwischen 20 und 30 Prozent kommen“, zitiert das Versicherungsjournal den PKV-Verbandschef. Eine gesicherte Aussage für Beamte sei hingegen derzeit nicht möglich. Auch in der gesetzlichen Pflegeversicherung hat Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) eine Beitragssteigerung um 0,5 Prozentpunkte ins Gespräch gebracht.

Pflegereformen der Bundesregierung kosten Geld

Als Grund für die höheren Prämien nennt Laue die verbesserten Leistungen für Pflegebedürftige im Rahmen der Pflegestärkungsgesetze. Unter anderem haben seit dem 1. Januar 2017 hunderttausende Menschen mit geistigen Beeinträchtigungen erstmals Anspruch auf Pflegeleistungen, etwa, wenn sie unter einer Demenz leiden. Auch koste es Geld, dass Jens Spahn neue Pflegestellen schaffen will.

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Uwe Laue betont jedoch, dass privat Krankenversicherte im Schnitt günstiger pflegeversichert seien als gesetzlich Versicherte: Während Kassenpatienten durchschnittlich 40 Euro Pflegebeitrag im Monat zahlen müssten, seien es in der PKV 37 Euro. So seien auch die Prämien in der privaten Pflegeversicherung weniger deutlich gestiegen: Laue begründet dies mit den Alterungsrückstellungen und dem daraus erzielten Zinseszins. Als die gesetzliche Pflegepflichtversicherung im Jahr 1995 eingeführt worden sei, hätten Mitglieder der gesetzlichen Pflegepflichtversicherung noch 14 Euro im Monat gezahlt und bei der PKV 29 Euro, so rechnet Laue vor.