Die gesetzlichen Krankenkassen konnten auch im Jahr 2017 ihre Überschüsse ausbauen. Demnach erzielten sie ein Plus von 3,1 Milliarden Euro, so berichtet die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" am Donnerstag. Damit steigen die Rücklagen und Reserven der 110 gesetzlichen Versicherer auf 19 Milliarden Euro.

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Rechnet man die Rücklagen aus dem Gesundheitsfonds hinzu, die Gesundheitsexperten auf neun Milliarden Euro schätzen, so hat sich im gesetzlichen Kassensystem eine Gesamtreserve von 28 Milliarden Euro angesammelt. „Der Gesetzlichen Krankenversicherung geht es so gut wie lange nicht mehr“, sagte der AOK-Bundesvorsitzende Martin Litsch der Zeitung. Grund sei die gute Konjunktur, "die die Kassen nutzen sollten, um für schlechtere Zeiten vorzusorgen und an der eigenen Wettbewerbsfähigkeit zu arbeiten", so Litsch.

Ortskrankenkassen erzielen 1,45 Milliarden Euro Überschuss

Allerdings zeigt die Umfrage der „Frankfurter Allgemeinen“ unter den Kassenverbänden auch, dass die Kassen recht unterschiedlich aufgestellt sind. So erzielten die Allgemeinen Ortskrankenkassen (AOKen), die knapp 24 Millionen Mitglieder zählen, mit 1,45 Milliarden Euro den höchsten Überschuss im Jahr 2017.

Dem folgen die Ersatzkassen, denen sechs Anbieter angehören: die Techniker Krankenkasse (TK), Barmer, DAK-Gesundheit, die KKH Kaufmännische Krankenkasse, die hkk - Handelskrankenkasse und die HEK - Hanseatische Krankenkasse. Die Ersatzkassen haben für ihre 28 Millionen Mitglieder einen Überschuss von 1,2 Milliarden Euro angespart.

Die 78 Betriebskrankenkassen, denen laut Dachverband rund 11,6 Millionen Versicherte angehören, erwirtschafteten ein Plus von 295 Millionen Euro, die Knappschaft für ihre knapp 1,67 Millionen Versicherte kam auf 102 Millionen Euro.

Positiv: Auch die sechs Innungskrankenkassen konnte 2017 für ihre 5,5 Millionen Versicherten ein Plus von 174 Millionen Euro erzielen, so berichtet die „FAZ“, nachdem sie im Jahr zuvor noch rote Zahlen geschrieben hatte (der Versicherungsbote berichtete). Die Innungskrankenkassen kritisieren, dass sie durch den sogenannten Morbi-RSA benachteiligt werden. Dieser Strukturausgleich soll eigentlich bewirken, dass Kassen mit vielen älteren und kranken Patienten mehr Geld aus dem Gesundheitsfonds erhalten, weil sie auch höhere Gesundheitskosten haben - spült aber vor allem Geld zu den Ortskrankenkassen.

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TK mit Überschuss von 561 Millionen Euro

Deutschlands größte Krankenkasse, die TK, habe einen Gewinn von 561 Millionen Euro erwirtschaftet, so berichtet die "FAZ" auf Basis einer eigenen Umfrage. Der zweitgrößte Anbieter am Markt, die Barmer, komme auf 213 Millionen Euro, die DAK als drittgrößte Kasse auf 263 Millionen Euro.