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Digitalisierung

Stellenabbau - Studie prognostiziert 40 Prozent weniger Versicherungsjobs

Viele alte Jobs in der Branche sollen durch die Digitalisierung wegfallen, doch neue entstehen (Symbolbild).Unsplash@Pixabay.com

Eine düstere Prognose hat die Unternehmensberatung McKinsey für die Versicherungsmitarbeiter: 40 Prozent der heutigen Jobs sollen in den nächsten zehn Jahren wegfallen, weil die Digitalisierung viele Arbeiten überflüssig macht. Aber es gibt auch eine gute Nachricht für die Beschäftigten der Branche.

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Die Beratungsfirma McKinsey ist zum Sinnbild für Stellenabbau geworden: Wo die Berater anrücken und Unternehmen checken, rotiert oft später der Rotstift. Das brachte der Beratungsfirma das Image eines globalen Jobvernichters ein, wie die "WirtschaftsWoche" (WiWo) feststellt. Auch in der Versicherungsbranche ist die Firma gefragt: Zum Beispiel soll die Ergo zwischen 3000 und 9400 Euro pro Tag für die Dienste eines einzigen McKinsey-Beraters zahlen, so will „Spiegel Online“ anhand interner Dokumente herausgefunden haben.

Für die Versicherungsbranche haben die Berater nun eine schlechte Botschaft: In den kommenden zehn Jahren sollen 40 Prozent der jetzigen Versicherungsjobs wegfallen. Das will das Beratungsunternehmen anhand einer Studie herausgefunden haben, wie Stephan Binder, Head of Insurance Europe bei McKinsey, auf einem Kongress der Berater in Köln berichtete. Der Grund: die Digitalisierung und damit verbundene Einsparungspotentiale.

Keine Kündigungswelle erwartet

Aber es gibt auch eine positive Nachricht. „Trotzdem erwarten wir keine gewaltige Kündigungswelle“, sagte Binder laut einem Bericht des Versicherungsjournals. Zugleich entstünden neue Jobs, etwa in den Bereichen IT. Immerhin 20 Prozent neue Arbeitsplätze sollen so in der Branche gebraucht werden. Pro Jahr würden zudem rund drei bis vier Prozent der Arbeitsplätze durch Fluktuation zu anderen Unternehmen oder Ruhestands-Regelungen abgebaut. Bedroht seien vor allem Arbeiten in der Verwaltung und im Schadenbereich.

Beispiel Private Krankenversicherung: Fast alle Privatversicherer haben Apps installiert, die es erlauben Arzthonorare und Rezepte online abzurechnen. So berichtet laut Versicherungsjournal auch Walter Botermann, Vorstand der Alten Leipziger – Hallesche, dass der Versicherer bereits 50 Prozent aller Rechnungen dunkel verarbeiten könne. Folglich, ohne dass ein Mitarbeiter die Dokumente noch einmal in die Hand nehmen oder Daten eingeben muss. Ihre Jobs sind an dieser Stelle obsolet.

Versicherungsvertrieb mittels vorgefertigter Textbausteine

Aufgrund welcher Modelle im Vertrieb Stellen wegfallen könnten, zeigt die Deutsche Familienversicherung (DFV). Der Direktversicherer bietet Pflegezusatz-Policen mittels Amazon Echo an: einem Lautsprecher-System, das auch als digitaler Sprachassistent verwendet werden kann. Dabei aktivieren bestimmte Sätze des Nutzers vorgefertigte Textbausteine, die Antworten auf Fragen des Nutzers geben sollen. Ein Mensch muss nicht mehr kontaktiert werden, um sich durch das Menü zu fragen: Die Beratung erfolgt vollautomatisch (der Versicherungsbote berichtete).

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Aber die Versicherungskunden mögen es noch klassisch. Das zeigen Umfragen wie der jüngste „Kundenmonitor Assekuranz 2016“ aus dem Hause YouGov. Was die zukünftige Beratung anbelangt, so wünscht sich jeder zweite Versicherungskunde eine persönliche Beratung im Büro des Vermittlers (51 Prozent) oder bei sich zu Hause (49 Prozent, Mehrfachnennungen möglich). Für Online-Beratungen per Chat oder Co-Browsing kann sich mit sieben bzw. vier Prozent nur eine Minderheit der Versicherungskunden begeistern.

Versicherungsjournal
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