Langfristig ist mit Aktien ein Ertrag von acht Prozent im Jahr zu erreichen – ganz unabhängig vom Stand des Leitindex. Langfristig bedeutet hierbei einen Zeitraum über Jahre und Jahrzehnte. Das zeigt eine Allianz-Studie. So haben Aktien über alle 30-Jahreszeiträume seit dem Jahr 1800 – im Gegensatz zu den anderen beiden Anlageformen – inflationsbereinigt nie an Wert verloren. Aktionäre konnten im Schnitt nach Abzug der Inflation über alle 30-Jahres-Zeiträume 6,94 Prozent jährlich mit Aktien verdienen. Dabei schwankte die reale Rendite zwischen durchschnittlich 2,81 Prozent und 10,63 Prozent pro Jahr.

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Auf ein ähnliches Ergebnis kommt nun das Verbraucherportal Finanztip, dass sich den Weltaktienindex MSCI World von 1975 bis heute genauer angeschaut hat. „Wer beliebige 15 Jahre in den MSCI World investiert hat, hätte im Schnitt 7,7 Prozent jährliche Rendite erzielt und zu keinem Zeitpunkt einen Verlust erlitten“, sagt Sara Zinnecker, Expertin für Geldanlage bei Finanztip. Der Einsatz von 10.000 Euro hätte sich damit verdreifacht.

Verbraucherschutzportal empfiehlt günstige Indexfonds

„Im ungünstigsten 15-Jahres-Zeitraum waren immerhin noch 1,3 Prozent Rendite pro Jahr drin. Im besten Fall wären sogar knapp 14 Prozent im Jahr möglich gewesen.“. Gleichzeitig stellten die Verbraucherschützer fest, dass Anleger bei kürzeren Anlagezeiträumen größere Schwankungen hätten hinnehmen müssen. „Neben einer breiten Streuung sollten Anleger bei der Anlage in Aktien immer auch einen langen Atem mitbringen. 15 Jahre sollte man das Geld entbehren können“, erklärt Zinnecker.

Als Empfehlung für die Geldanlage haben die Verbraucherschützer vor allem den Blick auf die Kosten auserkoren. „Anleger sollten darauf achten, in günstige Indexfonds zu investieren“, sagt Zinnecker. Schließlich lasse sich eine gute Rendite nur dann erwirtschaften, wenn die Kosten des Investments den Ertrag nicht zu sehr schmälern, heißt es in einer Pressemitteilung von Finanztip.

Als Hauptargument schießen die Experten der Verbraucherorganisationen stets die Kosten von gemanagten Fonds hinterher. So seien die Gebühren für aktiv gemanagte Fonds stets höher. Als Beispiel werden dabei oft Verwaltungsgebühren herangezogen. Diese liegen nach Angaben der Deutschen Börse für aktive Aktienfonds in der Regel zwischen 0,8 und zwei Prozent des Fondsvermögens. Die Gebühren für ETFs liegen dagegen meist zwischen 0 und 0,8 Prozent des Fondsvermögens.

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ETFs: Sportwagen ohne Bremse?

Dieses Argument versucht die Fondsbranche zu entkräften. „Wer börsengehandelte Indexfonds im Depot hat, steuert im übertragenen Sinne einen Sportwagen ohne Bremse.“, mahnt etwa DER-FONDS-Kolumnist Klaus-Dieter Erdmann.

In die gleiche Kerbe schlägt Fondsmanager Christoph Bruns in einem Interview: "Die sogenannten Verbraucherschützer haben in den letzten Jahrzehnten maßgeblich dazu beigetragen, dass die deutsche Bevölkerung überwiegend gar nicht an den Vermögenszuwuchsen der Wirtschaft beteiligt ist. Die visionsfreie Pfennigfuchserei fokussiert viel zu stark auf Kosten und lässt die wirkliche Zielgröße klugen langfristigen Vermögensaufbaus völlig außer Acht. Diese lautet: realer Nettovermögenszuwachs! Neben den Sicherheitsnachteilen von ETFs erweisen sich die richtige Indexauswahl und das Timing als schwierige aktive Entscheidungen. Gute aktiv gesteuerte Fonds übernehmen diese Entscheidungen für den Kunden und können dadurch erheblichen Mehrwert erzielen. Ich selber ziehe für meine eigenen Anlagen Fonds vor, bei denen der Fondsmanager signifikant mit eigenem Geld investiert ist."