Es würde passen. Die italienische Banca Intesa Sanpaolo ist nicht nur eine Bank, sondern auch Italiens größter Lebensversicherer, melden Agenturen zu den Übernahmeplänen, die derzeit die Intesa beschäftigen und die Generali unfreiwillig umtreiben. Mittlerweile meldet die italienische Zeitung „La Stampa“, Intesa habe bestätigt, dass sie ein „etwaiges Zusammengehen“ mit der Generali prüfe.

Anzeige  

 

Kartellhürden könnten die Allianz zum lachenden Dritten machen

Allerdings würden die Kartellbehörden einen Mega-Deal nicht ohne Weiteres durchwinken, weil Generali und Intesa in Italien am Policenmarkt dominieren. Weswegen auch die Gerüchte der vergangenen Monate (Axa sei interessiert, Versicherungsbote vom 10. August 2016) und der letzten Tage (Allianz sei interessiert, Versicherungsbote vom 23. Januar 2017) um die realistischen Möglichkeiten des Kartellrechts zu relativieren sind.

Bezüglich der Allianz, berichtet ARD Börse, könnte sich der europäische Marktführer als lachender Dritter erweisen, wenn er bei einem Deal der Generali mit Intesa den einen oder anderen Bestand übernehmen könnte, in Italien oder in der großen Generali-Welt in Europa. Die Allianz könne sich „einige Rosinen herauspicken könnte", habe ein Börsianer die Lage kommentiert, heißt es in dem ARD-Bericht weiter. Italien und Frankreich sind die wichtigsten EU-Märkte der Allianz.

Generali mauert

Die Allianz sucht derzeit nach sinnvollen Investments. Konzernchef Oliver Bäte hat 2,5 Milliarden Euro in der Kriegskasse. Die will er nun entweder sinnvoll ausgeben und Versicherer und Marktteile akquirieren; oder seinen Aktionären einen fetten Bonus auf die Dividenden geben. Die Axa, die im August vergangenen Jahres bereits in die (Kauf-)Nähe zur Generali gebracht wurde, habe inzwischen aber ein etwaiges Interesse an einem Kauf dementiert. Ein Engagement bei der Generali würde "überhaupt keinen Sinn machen", so wird Axa-Konzernchef Thomas Buberl derzeit in den Medien zitiert.

Anzeige  

 

Während die Intesa nun eine Übernahme der Generali prüft, baut der Versicherer seinerseits Schutzmauern auf. Die Generali hat sich Anfang dieser Woche bei der Intesa 3,01 Prozent der Stimmrechte gesichert, meldet die italienische Zeitung „La Stampa“. Die schweizerische „Handelszeitung“ meldet, um Kontrolle über die Generali zu bekommen, müsse Intesa im Effekt 60 Prozent des Versicherers erwerben; normal sind 50 Prozent und eine Aktie. Hintergrund sei die italienische Rechtslage für Übernahmen. Unterdessen steigen die Aktienkurse aller an den Übernahmegerüchten beteiligten Unternehmen. Allein die Generali-Aktie legt in den vergangenen sieben Tagen um gut 15 Prozent zu.