Die jungen Menschen zahlen mehr als die Rentner

Nachdem die Große Koalition im Herbst ihre Pläne zur Rentenzukunft präsentiert hat, regt sich nun Widerstand bei den Arbeitgebern. Die „Welt“ berichtet an diesem Mittwoch, der BDA-Verband der Arbeitgeber habe das geplante Rentenwerk nachgerechnet. Zuständig dafür ist Andrea Nahles (SPD). Setze die Ministerin ihre Pläne in die Tat um, dann werde die Rente im Jahr 2045 sehr teuer für die Bürger. Laut BDA werde der Beitragssatz zur Rente bis 2045 um 6,2 Prozentpunkte steigen.

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Allein dies koste die Beitragszahler jedes Jahr rund 70 Milliarden Euro mehr. Rund die Hälfte dieser Kosten tragen die Arbeitgeber mit ihrem Zuschuss zum Lohn ihrer Leute. Außerdem steige laut BDA der Zuschuss des Bundes (heute gut 90 Milliarden Euro) in die Rentenkasse in knapp 30 Jahren um weitere 20 Milliarden Euro. Dies, weil der Zuschuss an den Lohntrend gekoppelt ist.

Junge Beitragszahler tragen die schwerste Rentenlast

Noch teurer würden die Zuschüsse, mit denen der Bund demnächst demografische Lasten ausgleichen will, deren weitere Kosten der BDA noch nicht hochgerechnet habe. Unterm Strich rechnet der BDA per 2045 mit 90 Milliarden Euro Mehrkosten pro Jahr, die von Beitrags- und Steuerzahlern zu tragen sind. Allein die bisher bekannten Rentenpläne würden die Beitragszahler künftig angeblich neunmal stärker treffen als die Rentner. Die Jugend bezahlt aus Sicht des BDA die Zeche, die Vater Staat ihr einbrockt.

Auch das Folgende habe der BDA berechnet. Während der Beitragssatz bis 2045 um ein Drittel auf 25 Prozent steige, sinke das Rentenniveau nur um 3,7 Prozentpunkte. Diese demografischen Mehrlasten würden die Beitragszahler laut BDA künftig angeblich neunmal stärker treffen als die Rentner. Zurzeit plant Andrea Nahles so: Der Bund will ein Zielniveau für die Altersbezüge von 46 Prozent des Bruttolohns sichern, die so genannte Haltlinie eins. Den Beitragssatz will der Bund laut Plan zumindest bis 2030 auf 22 Prozent deckeln, die Haltelinie zwei.