„Salvamus Protektor“ könnte man sagen, „wir retten“ Protektor. Das neu zu gründende Unternehmen Salvamus heißt aus dem Lateinischen übersetzt nämlich: „wir retten“. Der Branchendienst „Versicherungsmonitor“ berichtet, die Protektor AG habe am Dienstag beschlossen, die Tochter namens Salvamus zu gründen. Ziel des Ganzen sei es, den Bestand von Protektor, der im Jahr 2003 von der untergegangenen Mannheimer Leben ins Haus des Unternehmens gekommen war, zuerst in das neue Unternehmen auszugliedern und im Anschluss an den Run-Off-Versicherer Heidelberger Leben zu übertragen.

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Salvamus ist nur ein Zwischenschritt

Im Eigentlichen ist Protektor nämlich als Auffangbecken der deutschen Lebensversicherer gegründet worden, seit 2006 auch gesetzlicher Sicherungsfonds für Lebensversicherer in Not, und nicht unbedingt zur Bestandsführung von mangels Masse zu rettender Unternehmen gedacht. Im Jahr 2003, als die deutschen Lebensversicherer Protektor als Sicherungsfonds gründeten, um die Mannheimer Leben aufzufangen, gab es noch keine Run-Off-Unternehmen wie heute etwa die Frankfurter Leben und die Heidelberger Leben; letztere firmierte vormals als MLP-Leben-Tochter des gleichnamigen Finanzvertriebs. Später stellte das Unternehmen, zwischenzeitlich in Heidelberger Leben umbenannt, das Neugeschäft ein und schaltete um auf Run-Off-Dienste.

Und nach Heidelberg soll der Protektor-Bestand nun wandern. Der Zwischenschritt, den der Bestand von Protektor über Salvamus zur Heidelberger Leben gehen muss, sei „aus steuerlichen und anderen rechtlichen Fragen nötig“, schreibt der „Versicherungsmonitor“ und beruft sich auf „Branchenkreise“. Mit dem Beschluss zur Gründung von Salvamus habe die Hauptversammlung am Dienstag dieser Woche den Weg geebnet, den Protektor gehen muss, um die ex-Mannheimer Leben loszuwerden. Den Angaben zufolge hatte Protektor im Jahr 2015 noch gut 100.000 Verträge der alten Mannheimer Leben (von der 2003 über 300.000 Policen übernommen worden waren) in ihren Büchern und daraus 84 Millionen Beitragseinnahmen.