„Nicht mehr zeitgemäß“ seien die klassischen Sparpolicen. So habe die Württembergische laut einem Bericht des „Versicherungsmonitors“ die weiteren Aussichten ihrer klassischen Sparpolice eingeordnet. Nachrichtlich ist der Klassik-Stopp der „Württ“ ein Leuchtturm für die gesamte Lebenbranche; ist doch W&W-Konzernchef Alexander Erdland zugleich Chef des Lobbyverbands der Versicherer (GDV).

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Solvency II drückt drückt Klassikpolicen ins Aus

Hintergrund für das Vorgehen der Württ, das Geschäft mit Klassikpolicen einschließlich deren Zinsgarantien zu stoppen, ist die Eigenkapital-Richtlinie Solvency II sein. Trotz einem demnächst, ab Januar 2017, von 1,25 auf 0,9 Prozent sinkenden Rechnungszinses auf den Sparanteil des Beitrags verlangen diese Spargeschäfte von den Versicherern hohe Eigenkapitalien als bilanzielle Unterlage. Zu teurer offenbar aus Sicht des Unternehmens. Weswegen das angestammte Geschäft mit Garantien nun auf dem Abstellgleis landet; ähnlich wie zuletzt rund 5,5 Millionen Lebensversicherungen bei Ergo.

Nun will die Württ-Gruppe samt ihrer badischen Tochter Karlsruher Leben für ihre privaten Rentensparer-Kunden Alternativprodukte forcieren, etwa mit ihrer „IndexClever“-Police, bei der nur die Beiträge garantiert werden. Die Rendite sollen Indexfonds in Euro in die Kassen der Sparer bringen.

Die neuen Produkte sollen dem Bericht zufolge auch bei geförderten Verträgen wie Riester- und Rürup-Basisrenten eingesetzt werden; nicht jedoch bei Betriebsrenten. Den nun ruhenden Altbestand der Klassikpolicen wolle die Württ im Hause behalten, also nicht an andere Run-Off-Versicherer abgeben, berichtet der „Versicherungsmonitor ergänzend.

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