Michael Diekmann ist studierter Jurist und Philosoph, auch einen Reiseführer für das Kanuwandern hat er geschrieben. Den meisten Menschen ist er aber als langjähriger Vorstandsvorsitzender der Allianz bekannt. Von 2003 bis 2015 leitete er die Geschicke von Europas größtem Versicherer. Er trieb die Expansion des Auslandsgeschäftes voran, fuhr Rekordergebnisse ein, stieß die Digitalisierung an und hatte auch einen schmerzvollen Stellenabbau zu verantworten. Vor einem Jahr aber gab Diekmann, vom Manager Magazin einst zum mächtigsten Manager Deutschlands gekürt, seinen Vorsitz an Oliver Bäte ab.

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Nun hat der -laut Eigenbeschreibung- „sture Westfale und Steinbock“ einen neuen Job gefunden. Der 62jährige berät ab sofort die international tätige Anwaltskanzlei Linklaters als Mitglied des „International Advisory Club“, wie ein Sprecher der Kanzlei dem Manager Magazin bestätigte. Dem Beratergremium gehören einige bekannte Persönlichkeiten aus Politik und Wirtschaft an. Darunter Lord William Hague, bis 2014 britischer Außenminister in der Regierung David Camerons und der Ex-Chef von Thomson Reuters, Tom Glocer.

Diekmann gilt als bestens vernetzt

Die Kanzlei werde von Diekmanns „hoher Sachkunde“ und seinen internationalen Erfahrungen „außerordentlich profitieren“, zitiert das Manager Magazin Robert Elliott, Chariman und Partner von Linklaters. Verwundern mag das nicht, gilt Diekmann doch als bestens vernetzt. Unter anderem sitzt er im Aufsichtsrat von vier Dax-Unternehmen, darunter Siemens, BASF und der private Krankenhausbetreiber Fresenius. Nicht bestätigen wollte die Kanzlei allerdings, dass sie über diese Top-Personalie nun verstärkt Engagements im Versicherungsbereich ins Auge fasse.

Aktuell ist Linklaters bereits beratend bei der Einführung von Solvency II tätig sowie im Zweitmarkt für Lebensversicherer. Aber die Versicherungswirtschaft gehöre nicht zum Kernbereich der Kanzlei, erläuterte ein Sprecher gegenüber dem Manager Magazin. Zur Höhe des Gehalts wollte er sich nicht äußern. Linklaters beriet zuletzt die Deutsche Börse bei ihrer geplanten Fusion mit der London Stock Exchange.

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Linklaters zählt zu „Top Ten“ der weltweit größten Anwaltskanzleien

Linklaters mit Hauptsitz in London berät weltweit Unternehmen, Finanzinstitute und Regierungen im Wirtschafts- und Steuerrecht. Im Ranking der umsatzstärksten Anwaltskanzleien der Welt, veröffentlicht von der amerikanischen Fachzeitschrift „The American Lawyer“, platziert sich Linklaters 2015 mit einem Umsatz von 2,088 Milliarden Dollar auf dem achten Rang. In Deutschland ist Linklaters an den Standorten Berlin, Düsseldorf, Frankfurt am Main und München vertreten. Im Geschäftsjahr 2013/14 wurde hierzulande mit 270 Volljuristen ein Umsatz von 178 Millionen Euro erwirtschaftet.

Manager Magazin