Nach dem Doping-Geständnis von Lance Armstrong forderte der Versicherer SCA Schadensersatz vom Amerikaner. Lange hatte sich Armstrong gegen diese Forderungen gewehrt. Doch nun hat er den Rechtsstreit mit SCA Promotions beigelegt.

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Lance Armstrong muss Schadensersatz zahlen

Armstrong hatte sich das Geld als ausgehandelte Prämie für seinen siebten Tour-de-France-Sieg 2005 vor Gericht erstritten. Damals beteuerte der Ex-Radprofi, unter Eid, bei seinen Erfolgen nicht gedopt gewesen zu sein. Schon damals wollte SCA mit dem Verweis auf Doping-Indizien nicht zahlen, wurde aber dazu verurteilt und musste daraufhin 7,5 Millionen Dollar an Armstrong überweisen.

Nach langem Leugnen hatte er 2013 umfassendes Doping gestanden und alle Tour-Titel verloren. Mit einer Zahlung von rund zehn Millionen Dollar und einer Entschuldigung hat der lebenslang gesperrte Ex-Radfahrer nun den Rechtsstreit mit dem Versicherer beigelegt. "Ich bin froh, dass ich die Sache hinter mir gelassen habe und möchte mich für mein Fehlverhalten bei SCA und ihrem Vorstandschef Bob Hamman entschuldigen”, teilte Lance Armstrong mit. Ein dreiköpfiges Schiedsgericht hatte im Februar in Dallas mit 2:1 Richterstimmen für SCA ausgesprochen. Der Ehemalige Radprofi ist den Forderung nun nachgekommen.

Weitere Prozesse stehen bevor

Nachdem Armstrong bei den Forderung vom SCA nachgegeben hat, stehen nun noch weitere Prozesse vor der Tür. So fordert der ehemalige Sponsor US Postal Service vor Gericht rund 96 Millionen Dollar (86 Millionen Euro). Das halbstaatliche Unternehmen war von 1996 bis 2004 Namenssponsor von Armstrongs Team und wird vor Gericht von Anwälten der US-Regierung vertreten. Eine entscheidende Rolle im Rechtsstreit gegen Armstrong könnte dessen früherer Teamkollege Floyd Landis spielen. Dieser ist selbst überführter Doper und hofft nun als "Whistleblower" im Falle eines Urteils gegen Armstrong auf eine Belohnung von rund einem Drittel der Streitsumme.

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Der brisanteste Prozess wartet noch auf den Ex-Radprofi Armstrong. Denn das US-Justizministerium hat Lance Armstrong wegen Steuerbetrugs angeklagt, was den Texaner bis zu 100 Millionen Dollar kosten könnte.

Sunday Times