Zwar sieht das Bundessozialgericht aktuell keine Bevorteilung von Kinderlosen. Dennoch sei eine Reform der Gesetzlichen Sozialversicherungen dringend nötig. Allerdings solle die Rentenversicherung anders behandelt werden als die Kranken- und Pflegeversicherung, fordert das Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW) und plädiert für eine Kinderrente.

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So würden Reformvorschläge, die darauf abzielen, Familie durch geringere Beiträge zu entlasten, die Sozialsysteme aber ansonsten nicht zu verändern, zu kurz greifen. Schließlich sei das größte Problem der gegenwärtigen Umlagefinanzierung die Belastung der künftigen Beitragszahler, also der heutigen Kinder – und nicht die Doppelbelastung der Eltern. Deshalb sollten Kinderlose weniger Leistungen erhalten und so die künftigen Beitragszahler entlasten.

Kinderrente: Einführung einer kinderzahlbezogenen Rente

Dabei sei es wichtig, Kranken- sowie Renten-und Pflegeversicherungen unterschiedlich zu gestalten. Immerhin handele es sich um unterschiedliche Versicherungsarten. Während Kranken- und Pflegeversicherung Schadensversicherungen sind, bei denen der Versicherungsfall jederzeit eintreten kann, ist die Rentenversicherung eine Versicherung, die erst ab einem bestimmten Lebensalter greift. Deshalb lassen sich die Ansprüche und Verpflichtungen zwischen den Generationen besser einschätzen.

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Daher schlägt das IW folgende Reformen vor:

  1. Für die Rentenversicherung eignet sich die Einführung einer kinderzahlbezogenen Rente, umgangssprachlich auch Kinderrente genannt. Die Rentenansprüche orientieren sich hierbei viel stärker an der Kinderzahl als heute. Kinderlose haben dann innerhalb des Umlageverfahrens generell geringere Ansprüche als Eltern.
  2. Für die Kranken- und Pflegeversicherung bietet sich aufgrund ihres Charakters als Schadensversicherung die Einführung einer zweiten, kapitalgedeckten Säule an. Dadurch bleiben Kinderlose und Eltern im Umlageverfahren zwar weiterhin gleichgestellt. Gleichzeitig werden aber künftige Beitragszahler entlastet, da sie nicht in vollem Umfang für die ältere, stärker besetzte Generation aufkommen müssen.
Institut der deutschen Wirtschaft Köln