Die Debeka beugt sich nun also dem Digitalierungsdruck und wird künftig mit seinen Kunden auch über soziale Netzwerke kommunizieren. Doch zugleich setzt sie bei ihrem Vertrieb per Ausschließlichkeit weiterhin auf ein stabiles Netz festangestellter Mitarbeiter im Außendienst. „Künftig wird es bei uns einen Online-Verkauf geben“, sagte Debeka-Vorstandchef Uwe Laue gestern auf der MCC-Tagung „Insurance Today and Tomorrow“ in Düsseldorf. Über den Online-Verkauf können die Kunden dann standardisierte Produkte erwerben, beispielsweise eine Auslands-Krankenversicherung. Ob sich dieses Prozedere bezahlt macht, ist dabei noch ungewiss, so Laue: „Doch alle diese Entwicklungen müssen ihre Bewährungsprobe bestehen", wie das Versicherungsjournal berichtet.

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Debeka: Neuheiten werden Schwerpunkt des Vertriebs

Auch wenn die Debeka Gruppe jetzt unter Druck an seiner Digitalisierung arbeitet, ist doch nicht zu verkennen, dass das Unternehmen viel von bewährten Methoden hält - und das durchaus auch im positiven Sinne. So ist die Debeka-Gruppe gegenwärtig der größte Ausbilder in der Versicherungsbranche und bildet zweitausend junge Leute zu Versicherungskaufmännern und -frauen aus, für den Offline-Vertrieb. Nichtsdestoweniger sind nebenher noch weitere Reformschritte auf die Bahn gebracht worden, etwa die Erweiterung der Zielgruppe auf Gewerbekunden und Freiberufler. Darüber hinaus bietet die Debeka eine Indexpolice für die Altersvorsorge mit einem kleinen Garantiezins von 0,5 Prozent und einer größeren Renditechance an.

Dass es sich manchmal lohnt, Neuerungen vorzunehmen oder mit der Zeit zu gehen, hat sich hier bewiesen. Zwar musste „dieser Schritt (...) von unserem Außendienst erst einmal verdaut werden“, so Laue, doch habe sich das kapitalmarktnähere Produkt inzwischen zum Schwerpunkt des Vertriebs in der Lebensversicherung ausgewachsen. Darüber hinaus stärkt das Unternehmen seine eigene Betriebskrankenkasse und arbeitet an einer Neupositionierung auf dem Markt im Bereich private Krankenversicherung, auch wenn Laue davon ausgeht „..., dass es in Deutschland auch nach der nächsten Wahl keine Bürgerversicherung geben wird, trotzdem bauen wir unsere Krankenzusatzversicherung aus.“

Axa: Wenn dein Freund stärker ist als du, mach ihn dir zum Freund

Die Verführung einer Kooperation mit digitalen Schwergewichten wie Amazon und Google ist die Axa Konzern AG erlegen. „Wir dürfen keine Angst vor diesen Anbietern haben“, sagte der Axa-Vorstandvorsitzende Thomas Buberl auf dem MCC-Kongress laut Versicherungsjournal. Buberl befürchtet nicht, dass die Unternehmen in die Kernbereiche der Axa-Geschäftsmodelle vordringen könnten, anders herum aber „können (….) wir uns aber ihre Vertriebskraft zunutze machen.“ Zwar liegt noch kein offizielles Statement vor, welches genaueres über das Aussehen jener Kooperation mit Google verraten würde, doch lässt das ausweichende Reaktion Buberls auf die Frage, ob Axa der „Versicherer von Google“ sei, diverse Schlüsse zu.

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Berührungsängste hat das Unternehmen Axa beim Kontakt mit digitalen Entwicklungen und deren Gestaltern offenbar keine. So sind neben Google auch Kooperationen mit verschiedenen Start-Ups geplant und die Axa unterstützt neue Vertriebsmodelle mit Investitionen bis zu 100 Millionen Euro. Diese sollen nicht dazu dienen, neue Assistance-Leistungen zu entwicklen, sondern allein dazu, Hilfeleistung für ein Produkt zu machen. Denn: „Wir müssen das Geschäft nach rechts und links aufbrechen“, legte der Axa-Deutschlandchef seiner Branche nahe. Dabei seien Kundenbefragungen für die Axa maßgeblich für die Entwicklung neuer Geschäftsmodelle. „So könnte der Krankenversicherer für die Kunden Arzt-Termine buchen“. Menschen und Kunden glücklich zu machen sei doch eigentlich ganz einfach. Jeder habe praktische Bedürfnisse, so wolle man in der Stadt gerne den nächsten freien Parkplatz finden oder in der Nacht sicher vom Auto zur Wohnung kommen. Die Axa kann sich vorstellen, dass solche Dienstleistungen den Versicherer zum Risikomanager für ihre Kunden machen.

versicherungsjournal.de