Aus dem Einbruch-Report 2015, den der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) am Mittwoch in Berlin vorlegte, geht ferner hervor, dass die Hausratversicherer zusammen 490 Millionen Euro für die Schäden zahlten – im Ergebnis sind das 10 Millionen Euro mehr als im Vorjahr.

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Einbruch-Schäden nahmen um 35 Prozent zu

Damit nahmen die Schäden in den vergangenen fünf Jahren um 35 Prozent zu.„Die Zahlen verdeutlichen, dass es in den letzten Jahren nicht gelungen ist, wirkungsvoll gegen Einbrecher vorzugehen“, erklärte Jörg von Fürstenwerth, Vorsitzender der Hauptgeschäftsführung beim GDV. Auch fehlen im aktuellen Einbruch-Report nicht die Angaben der Folgen für die Opfer von Einbrüchen, diese sind nicht nur materieller Natur. Die psychischen Folgen für die Bestohlenen und in ihrer Privatsphäre Verletzten sind weitreichend. „Wenn wir wissen, dass Einbruchopfer noch Monate, zum Teil Jahre unter der Tat leiden, ist es höchste Zeit, die Menschen effektiver vor Einbrechern zu schützen“, sagte von Fürstenwerth.

Die Studie zu Wohnungseinbrüchen wurde vom Kriminologischen Forschungsinstitut Niedersachsen im Auftrag des GDV erstellt. Der Studie sind unter anderem Erkenntnisse darüber zu entnehmen, wann, wo und zu welcher Uhrzeit am häufigsten eingebrochen wird. Das Ergebnis lautet: In der dunklen Jahreszeit zwischen 10.00 und 18.00 Uhr in Erdgeschosswohnungen und Einfamilienhäusern.

Profi-Einbrecher: 15 Sekunden, um ein Fenster aufzuhebeln

Um dem anhaltend hohen Einbruchzahlen Herr zu werden, fordert der GDV eine staatliche Unterstützung für den Einbau von Sicherheitstechnik. Denn zahlreiche Mieter und Hausbesitzer machen es Einbrechern immer noch viel zu leicht: So ist die Sicherheitstechnik in Deutschland, welche an Fenstern und Türen angebracht ist, nicht auf dem neuesten Stand. Ein professioneller Täter braucht im Regelfall beispielsweise weniger als 15 Sekunden, um ein Fenster aufzuhebeln. Würde die alte Technik durch neue ersetzt, würde der Einbruch schon etwas aufwendiger werden und der Einbrecher vielleicht die Lust oder die Nerven verlieren.

Ein höherer Schutz vor Einbrüchen kann beispielsweise durch entsprechende Änderungen der Bauvorschriften erzielt werden. „Alle Maßnahmen, die eine Brücke zwischen Beratung und Handeln schlagen, werden von den Versicherern ausdrücklich begrüßt“, sagte von Fürstenwerth. Ein wichtiger Schritt in die sicherere Richtung wäre die bessere Förderung der Nachrüstung von Wohngebäuden mit Sicherheitstechnik durch die Kreditanstalt für Wiederaufbau. Für die Versicherer wäre dies eine hilfreiche, kostensparende Maßnahme

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Geld auch für Polizeiarbeit und Beratungsstellen

Doch das Forcieren von Fördermaßnahmen allein genügt nicht. Auch in Zukunft müssen diese durch die Bereitstellung von finanziellen Mitteln für die notwendige Polizeiarbeit sowie für die polizeilichen Beratungsstellen flankiert werden.

gdv.de