Eine 21-köpfige Expertengruppe wurde von Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) einberufen, um Lösungen für Deutschlands „staatliche und private Investitionsschwäche“ zu finden. Die Ergebnisse wurden heute in Berlin vorgestellt. Marcel Fratzscher, Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) steht der Kommission vor, weiterhin gehören ihr neben dem GDV u. a. DGB-Chef Reiner Hoffmann und der Co-Chef der Deutschen Bank Jürgen Fitschen an. Das berichtet das Nachrichtenportal Reuters.

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Investitionslücken dringend schließen - mit Hilfe von Privatanlegern

Konkrete Zahlen zur Investitionslücke liefere der Expertenbericht nicht. Doch würden allein für Straßen, Schienen und Wasserwege 7 bis 10 Milliarden Euro an Geldern fehlen, heißt es in Berufung auf ein Interview von Fratzscher in der Bild-Zeitung. Vor allem seien Maßnahmen dringend, denn je länger man warte, desto teurer würde der Ausgleich von Mängeln werden, so der DIW-Präsident.

Um der Lage Herr zu werden, sollen private Anleger in Infrastukturprojekte investieren. Mit Bürgerfonds könnte man Sparwillige für Geldanlagen in Reparatur und Neubau von Straßen oder öffentlichen Gebäuden gewinnen. Diese Fonds könnten vom Staat über die Arbeitnehmer-Sparzulage noch aufgestockt werden, so die Empfehlung.

Versicherer als wichtiger Investor

Auch stellt ein öffentlicher Fonds eine Möglichkeit zur Finanzierung dar, in den Investoren - etwa Versicherungen und Pensionsfonds - Geld einzahlen, schlagen die Experten vor.

Erste Schritte in diese Richtung wurden auch schon getan: Erst kürzlich hat der Bund Anlagevorschriften für Versicherungsunternehmen gelockert. Dadurch wird es Versicherern erleichtert, Gelder in Projekte zum Straßenbau oder auch erneuerbare Energien zu investieren. Die Versicherungswirtschaft steht als langfristiger Partner bei Investitionen bereit, so der Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) in diesem Zusammenhang.

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Der Abschlussbericht enthält noch weitere Vorschläge und soll Gabriel am 21. April überreicht werden.

Reuters, GDV