Die Ergo war eine der ersten Versicherungen, die Lebensversicherungs-Produkte ohne Garantiezins auf den Markt gebracht haben. Bereits seit 2013 bietet die Ergo ihre beiden Tarife „Rente Garantie“ und „Rente Chance“ an. Doch sind die neuen Produkte zu unverständlich und komplex, wie die scheidende BaFin-Chefin Elke König mit Blick auf die gesamte Branche kritisiert hatte?

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Klassische Lebensversicherungen im Vergleich komplexer

In einem Interview mit Cash Online verteidigte Frank Neuroth, Mitglied des Vorstands der Ergo Lebensversicherung, die eigenen Rententarife. „Für unsere Kunden sind unsere neuen Produkte gut verständlich, da wir großen Wert auf Transparenz gelegt haben“, sagte der Diplom-Ökonom dem Fachportal. „Klassische Lebensversicherungen sind eigentlich im Vergleich komplexer und schwerer zu verstehen. Ein Teil der Kritik ist eine reine Insider-Diskussion, die unsere Kunden kaum interessiert.“

Die neuen Rententarife der Ergo garantieren dem Sparer mindestens den Erhalt der eingezahlten Prämien. Ansonsten setzen die Tarife auf Flexibilität: Der Vertrag soll sich der jeweiligen Lebenssituation anpassen. So können Kunden Zahlungen während der Laufzeit aussetzen, Zusatzversicherungen einschließen, den Beginn der Rentenzahlung verschieben etc. Diese Optionen sollen Kunden jederzeit ohne Kündigung oder den Abschluss eines neuen Vertrages ermöglicht werden. Das Kapitalmarktrisiko trägt jedoch der Versicherungsnehmer selbst.

Ergo auch mit Direktversicherung Betriebs-Rente Garantie

Zu Beginn des Jahres hat die Ergo ihr Anlagekonzept auch auf die betriebliche Altersvorsorge erweitert. Die Direktversicherung „Betriebs-Rente Garantie“ ist eine fondsgebundene Lösung, die ebenfalls flexible Beiträge und Sonderzahlungen erlaubt. Des weiteren kann der Rentenbeginn variabel zwischen 62 und 70 Jahren gewählt werden. Frank Neuroth kündigt an, die Marktstellung der Ergo bei kleineren und mittleren Unternehmen ausbauen zu wollen.

Doch in welchen Bereichen will sich die Ergo zukünftig weniger stark engagieren? „Sämtliche Produkte, die auf dem Modell der klassischen Lebensversicherung basieren, stehen auf dem Prüfstand“, sagt Neuroth Cash Online. „Bei der Direktversicherung bieten wir seit Januar nur noch die neu entwickelte fondsgebundene Variante an.“ Riester bleibe aber gerade für Geringverdiener und Familien ein Teil des Versorgungskonzepts.

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Riester-Produkte zu komplex für die Direktversicherung?

Zum Abschluss des Interviews überrascht Neuroth noch mit einem Statement. Riester sei inzwischen so komplex, dass es beispielsweise für Direktversicherer kaum noch darstellbar ist, kommentiert der Ergo-Vorstand. Hat die Branche nicht argumentiert, die Tarife seien transparenter und einfacher geworden? „Wir hoffen, dass der Gesetzgeber bald den Weg für einfachere Lösungen frei macht“.

Cash Online