Kürzeste Fehlzeiten in Baden-Württemberg, höchste in Brandenburg

Betrachtet man die Fehlzeiten in den Regionen, decken sie sich mit der Altersstruktur. So fallen ältere Arbeitnehmer im Schnitt länger aus als jüngere. Beim Vergleich der Bundesländer fällt neben einem Ost-West- auch ein Nord-Süd-Gefälle auf. In Baden-Württemberg betrugen die Fehlzeiten durchschnittlich 15,4 Tage und lagen damit rund zwei Tage unter dem Bundesdurchschnitt (17,6 Tage). In Brandenburg betrugen sie nahezu 22 Tage und lagen rund drei Tage über dem Bundesdurchschnitt. Das Saarland war das einzige Bundesland, dass mit 21 Tagen je Pflichtmitglied ähnliche Werte hatte.

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Häufigste Krankheitsursache sind nach wie vor Muskel-Skelett-Erkrankungen

In der Reihenfolge der häufigsten Krankheitsarten nehmen die Muskel-Skelett-Erkrankungen nach wie vor den ersten Platz ein. Ungefähr 25 Prozent der Krankheitsfälle sind auf sie zurückzuführen. Danach folgen die Atemwegserkrankungen (16 Prozent) sowie psychische Leiden (15 Prozent), die gleichzeitig die langwierigsten Erkrankungen bilden. Bei den psychischen Leiden sind die Fehlzeiten in nur einer Generation auf das Fünffache angestiegen. War 1976 ein halber Tag je Pflichtmitglied zu verzeichnen, betrug die Zahl der Tage im Jahr 2013 bereits 2,6 Fehltage.

Bei der Dauer der Krankschreibungen führen die psychischen Erkrankungen

Bei der Dauer der Erkrankungen waren die psychischen Diagnosen Spitzenreiter. Rund 38 Tage dauerte im Durchschnitt eine dieser Krankheitsfälle über die gesamte Zahl der Pflichtversicherten. Tumorerkrankungen „schafften“ es im Vergleich „nur“ auf 35 Tage. Bei Beschäftigten mit Herz- Kreislauferkrankungen oder Rückenleiden betrug die Falldauer im Schnitt 22 Tage sowie bei Muskel- und Skeletterkrankungen 20 Tage.

Differenziertes Bild auf Landkreisebene

Auf Ebene der Landkreise fällt ein sehr differenziertes Bild auf. Die Diagnose „depressive Episode“ erhielten im Landkreis mit dem höchsten Anteil an Diagnosen fast dreimal so viele betroffene BKK Versicherte wie der Landkreis mit den niedrigsten Werten (15,6 Prozent versus 5,7 Prozent). Überdurchschnittlich viele entsprechende Diagnosen gab es in Rheinland-Pfalz, im Saarland sowie in Teilen von Niedersachsen und Bayern.

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Der BKK Gesundheitsreport 2014 „Gesundheit in Regionen“ analysiert die Daten von 9,3 Millionen Versicherten. Damit bildet er das Krankheitsgeschehen in deutschen Unternehmen repräsentativ ab. Die vorliegende regionale Betrachtung ermöglicht eine zielgenauere Planung von Präventions- und Gesundheitsförderungsmaßnahmen. Der erstmals in Buchform erschienene Gesundheitsreport bietet Analysen zum Arbeitsunfähigkeitsgeschehen, zur ambulanten Versorgung und zu den Arzneimitteldaten sowie zahlreiche regionale Betrachtungen zu verschiedensten Aspekten und Bereichen. Gastautoren bereichern das Schwerpunktthema aus den Blickwinkeln Politik, Wissenschaft und Wirtschaft/Praxis.