Uwe Laue, Vorsitzender des Verbandes der privaten Krankenversicherung (PKV), erklärt: „Mit dem Pflegestärkungsgesetz erhalten Pflegebedürftige zum Jahreswechsel 2015 mehr Geld.“ So steigt etwa die Zuzahlung der Pflegeversicherung für Sachleistungen in der Pflegestufe III von 1.550 Euro auf 1.612 Euro. Die Leistungen für eine Pflegestufe erhöhen sich insgesamt um vier Prozent.

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Durch die Reform gibt es auch eine deutliche Ausweitung der Pflege-Leistungen. Dafür hebt die Bundesregierung zum 1. Januar 2015 den Beitragssatz für die Gesetzliche Pflegeversicherung um 0,3 Prozentpunkte an. Der Zahlbetrag erhöht sich damit um ungefähr 17 Prozent. Neuer Höchstbetrag ist dann 96,94 Euro (bisher 83,02 Euro).

Leistungen gelten auch in der Privaten Pflegepflichtversicherung

Die Mehrleistungen gelten ebenfalls für die Private Pflegepflichtversicherung. Allerdings erhöhen sich die Beiträge im Schnitt nur um etwa 11 Prozent, wie der PKV-Verband mitteilt. Je nach Alter oder Versicherungsbeginn kann diese Steigerung unterschiedlich ausfallen. Der Höchstbeitrag für Privatversicherte bleibt weiterhin gedeckelt und zwar in Höhe des Maximalbeitrages in der Gesetzlichen Pflegeversicherung.

Hohe Kosten für Heimbetreuung: Pflegelücke droht

Für alle Versicherten gilt, dass die gesetzlich definierten Leistungen im Falle der Pflegebedürftigkeit nicht ausreichen werden, um die dann anfallenden Kosten zu decken. Die durchschnittlichen monatlichen Kosten für eine Betreuung im Heim betragen beispielsweise mehr in Pflegestufe III mehr als 3.300 Euro. Werden alle Leistungen aus der Pflegepflichtversicherung abgezogen, bleibt immer noch ein Restbetrag von über 1.700 Euro. Dieser muss von den Pflegebedürftigen oder ihren Angehörigen gezahlt werden.

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Eine private Pflegevorsorge ist daher besonders wichtig. Gerade für junge Menschen kann sich der frühzeitige Abschluss einer Pflegezusatzversicherung lohnen. Sie erhalten bei gerade einmal 10 Euro Eigenbeitrag im Monat eine staatliche Zulage in Höhe von monatlich 5 Euro. Laue sagt: „Schon für diesen Mindestbeitrag können sie monatlich mindestens 600 Euro Pflegetagegeld für Pflegestufe III zusätzlich absichern. Je früher man mit der Vorsorge beginnt, desto geringer ist der Beitrag. Damit setzt die Förderung der privaten Pflegezusatzversicherung starke Anreize, dass mehr Menschen für die absehbare Vorsorgelücke in der Pflege vorbeugen."