Wie soll die Rente zukünftig weiter fit gemacht werden für die Zukunft? Darüber liegen die Vorstellungen weit auseinander, wie das Onlineportal schwäbische.de berichtet.

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Das Renteneintrittsalter liegt bei Bauarbeitern, Bäckern und Krankenpflegern zwischen 58 und 61 Jahren, da sie dann schlichtweg nicht mehr können. Der DGB fordert daher eine Teilrente ab 60 mit geringeren Arbeitszeiten, weniger Schichten oder längeren Pausen. Für eine drei bis vier Tage-Woche setzt sich hingegen die Chemiegewerkschaft IGBCE ein. Die IG-Metall fordert ebenfalls Altersteilzeit.

Rentenversicherung: Hinzuverdienstmöglichkeiten erleichtern und Zuverdienstgrenzen abschaffen

Die CDU hegt Bedenken direkt das nächste Rentenprojekt anzugehen – nach der Mütterrente und der abschlagsfreien Rente nach 45 Berufsjahren. Zurückhaltung hält ebenfalls der Wirtschaftssektor der SPD aktuell für angebracht. Generell halte man aber bei der SPD „die Teilrente für eine hochintelligente Antwort auf die Herausforderungen der älter werdenden Gesellschaft“, zitiert die Schwäbische aus Parteikreisen. Bis zum Jahresende werde eine Arbeitsgruppe von SPD und Union über den Vorschlag der Gewerkschaften beraten.

Der BDA-Chef Ingo Kramer warnt vor neuen Frühverrentungen durch flexiblere Übergänge. „Eine Teilrente ab 60 ist angesichts der demografischen Entwicklung verfehlt. Es muss vielmehr darum gehen, möglichst viele Arbeitnehmer in Vollzeitbeschäftigung oder in vollzeitnaher Tätigkeit zu halten", so der Arbeitgeberpräsident.

Vielmehr müsse man seiner Meinung nach die Hinzuverdienstmöglichkeiten in der Rente erleichtern und die Zuverdienstgrenzen für Frührentner streichen. Darüber hinaus sei es unsinnig, dass Arbeitgeber für Vollzeit-Rentner noch Sozialbeiträge abführen müssen. Rentner dürfen durch flexiblere Modelle aber nicht zu Billigarbeitskräften werden, worauf die Gewerkschaften achten wollen.

Höhere Steuern oder mehr Schulden durch Rentenreform

„Statt einer Koalitionsarbeitsgruppe braucht Deutschland einen Neuanfang beim Rentensystem", so FDP-Generalsekretärin Nicola Beer. Zu höheren Steuern oder alternativ mehr Schulden würde ohnehin schon das bereits beschlossene Rentenpaket spätestens ab 2018 führen. In einem festzulegenden Alterskorridor fordert die FDP einen flexiblen Renteneintritt und hat damit ähnliche Pläne wie die Große Koalition.

Als einen Exzess hingegen bezeichnet Peter Ramsauer von der CDU die Teilrente mit 60 und forderte SPD-Chef Sigmar Gabriel auf, sich „diesen Exzessen mit aller Autorität entgegenzustellen“. Laut der SPD müsse man behutsam überlegen und prüfen. Möglicherweise könne ein Arbeitnehmer mit einer Teilrente volumenmäßig dem Arbeitsmarkt länger nutzen. „Von 60 bis 66 Jahren 60 oder 70 Prozent zu arbeiten ist vielleicht mehr, als von 60 bis 63 Jahren hundert Prozent zu arbeiten“, so die SPD-Sozialexpertin Katja Mast. Von einer spannenden Debatte ist in jedem Fall auszugehen.

Teilrente aktuell ein Flop

Bereits seit 1992 gibt es eine Art Teilrente, die bislang nur wenig genutzt wird. Aufgrund der hohen Abschläge nehmen sie aktuell nur ein- bis zweitausend Beschäftigte pro Jahr in Anspruch. Der Rentenexperte der Grünen, Markus Kurth sagt dazu: „Wenn sie kein Ladenhüter bleiben soll, brauchen wir wirkliche Verbesserungen, zum Beispiel die Möglichkeit, sie ab 60 zu beziehen“. Die Grünen befürchten allerdings, dass es am Ende lediglich Detailänderungen bei den Hinzuverdienstgrenzen und einen um einige Monate früheren Teilrentenbezug geben wird.

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Eine Teilrente müsse laut Mast finanziell von den Sozialpartnern begleitet werden. Auch würden Vorschläge diskutiert, Rentenabschläge durch Einmalzahlung in die Rentenkasse abzukaufen. Die Rente mit 65 zurück und eine ordentliche Förderung der Alterszeit wollen hingegen die Linken. Sie halten die ganze Diskussion für überflüssig.