Die gesetzlichen Krankenkassen haben im zweiten Quartal ihr Defizit mehr als verdoppelt. So wuchs der Fehlbetrag von 270 Millionen Euro im ersten Quartal auf nun 620 Millionen Euro.

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Krankenkassen mit 620 Millionen Euro Minus

Während die Allgemeinen Ortskrankenkassen (AOK) und die Knappschaft ihre Überschüsse auf fast 290 Millionen Euro ausbauen konnten, erzielten die Ersatzkassen ein Minus von rund 680 Millionen Euro. Zu den Ersatzkassen gehören unter anderem die Barmer GEK, DAK-Gesundheit und die Techniker Krankenkasse.

Betriebs- und Innungskrankenkassen mussten immerhin noch einen Fehlbetrag von 230 Millionen Euro hinnehmen. Demnach sei es „wahrscheinlich, dass es in 2014 zu einer GKV-weiten leichten Unterfinanzierung der Krankenkassen“ komme, weil die Zuweisungen aus dem Gesundheitsfonds nicht reichten, erklärte der Ersatzkassenverband gegenüber der FAZ.

2015 Zusatzbeiträge bei allen Krankenkassen?

Daraus resultierend könnten sich auch Auswirkungen auf die Beiträge zur gesetzlichen Krankenversicherung ergeben. Bereits im Juni hatte der Dachverband der gesetzlichen Krankenkassen prognostiziert, dass ab 2015 alle Kassenpatienten mit Zusatzbeiträgen rechnen müssen.

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Grund seien sinkende Reserven und steigende Ausgaben. Zwar war 2014 der Zusatzbeitrag de facto abgeschafft. Allerdings wurde bereits im vergangenen Jahr über eine neuerliche Einführung spekuliert.

FAZ