Die Generali Deutschland Gruppe hat, trotz sinkender Gesamtbeiträge, im ersten Halbjahr 2014 einen Gewinn von 240 Millionen Euro eingefahren. Im Vorjahreszeitraum waren es noch 224 Millionen Euro. Das ist ein Zuwachs von 7,3 Prozent.

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So gingen die Gesamtbeiträge um 13,7 Prozent auf 8,6 Milliarden Euro zurück. Ausschlaggebend hierfür waren massive Einbußen beim Neugeschäft gegen Einmalbeitrag in der Lebensversicherung. Ursächlich hierfür waren vor allem Rückgänge bei den Rentenversicherungsprodukten "3-Phasen-Rente" der Generali Lebensversicherung und "Flexibles Vorsorgekonto" der Cosmos Lebensversicherung sowie bei dem Kapitalisierungsprodukt "Tagesgeld Plus" der Cosmos Lebensversicherung.

Lebensversicherung: Neugeschäft gegen Einmalbeitrag sinkt um knapp 50 Prozent

Hatte das Einmalbeitragsneugeschäft 2013 das Konzernergebnis mit einer enormen Steigerung noch gerettet. So sank das Neugeschäft gegen Einmalbeitrag im Vergleich zum Vorjahr von 2.810 Millionen Euro um knapp 50 Prozent auf 1.432 Millionen Euro.

Auch das Neugeschäft gegen laufenden Beitrag ging um 4,4 Prozent auf 347 Millionen Euro zurück. "Die gesamte Entwicklung ist von einer zurückhaltenden Nachfrage nach Altersvorsorgeprodukten gekennzeichnet. Die politisch motivierten niedrigen Zinsen führen zu einer sinkenden Bereitschaft der Bevölkerung, für eine eigenverantwortliche Altersvorsorge zu sparen. Angesichts der demografischen Herausforderungen ist diese Entwicklung zunehmend kritisch zu sehen", moniert Dietmar Meister, Vorsitzender des Vorstands der Generali Deutschland.

In der Lebensversicherung sanken die Gesamtbeiträge aus dem selbst abgeschlossenen Geschäft inklusive Sparanteilen und Beiträgen aus Investmentverträgen von 6.775 auf 5.383 Millionen Euro. „Die aktuelle Niedrigzinspolitik setzt falsche Impulse und benachteiligt vor allem die Vorsorgesparer“, mahnt Dietmar Meister.

Dagegen konnten die Sachversicherer der Gruppe ihre Prämien im ersten Halbjahr 2014 ausbauen. Hier stiegen die Beitragseinnahmen um 2,9 Prozent auf 2.128 Millionen Euro. Durch einen geringeren Schadenaufwand konnte zudem die Combined Ratio im Vergleich zum Vorjahreszeitraum deutlich von 96,1 Prozent auf 93,6 Prozent gesenkt werden.

Die Beitragseinnahmen in der Krankenversicherung gingen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 3,0 Prozent auf 1.057 Millionen Euro zurück. Dieser Rückgang fiel jedoch infolge geringerer Kündigungen kleiner aus als erwartet.

Unterstützt durch Gewinne aus dem Verkauf festverzinslicher Wertpapiere konnte die Generali Deutschland das Ergebnis aus Kapitalanlagen um 14,1 Prozent auf 2.021 Millionen Euro verbessern. Auch das laufende Ergebnis aus Kapitalanlagen stieg aufgrund des Portfoliowachstums und höherer Zins- und Beteiligungserträge von 1.678 auf 1.754 Millionen Euro.

Generali: Trotz Gewinnsprung will Meister weiter sparen

Obwohl Generali Deutschland, zu der anderem die Aachen Münchner Versicherung und die Cosmos Lebensversicherung gehören, im ersten Halbjahr erneut einen Gewinnzuwachs verzeichnen konnte, plant Meister diverse Sparmaßnahmen. „Wir wollen in Deutschland unsere Aktivitäten weiter zentralisieren und so international wie national noch mehr Synergien realisieren.“, kündigte der Vorstandsvorsitzender Generali an.

Produktivitätsreserven sieht Meister insbesondere bei IT und Asset Management. Hier könne die Produktivität nachhaltig, durch die Zusammenlegung von Tochterunternehmen, gesteigert werden. So will der Versicherer ab 2015 den Exklusivvertrieb, die Vertreter der Volksfürsorge AG und die unabhängigen Vertriebe in einer neuen Vertriebsgesellschaft zusammenzuführen. Einhergehend damit wird auch die Marke Volksfürsorge vom Markt verschwinden. Mit der anvisierten Umstrukturierung will der Konzern den Vertrieb vereinheitlichen und gleichzeitig rund 30 Millionen Euro im Jahr einsparen.

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