Im Vergleich der Stiftung Warentest wurden nun 107 Tarife untersucht, die dem Kunden deutlich höhere Leistungen als in der gesetzlichen Krankenversicherung bieten. Insgesamt zeigte sich, dass viele private Krankenversicherer ihr Angebot in den vergangenen Jahren verbessert haben. Inzwischen gehören Leistungen für häusliche Krankenpflege, ambulante Kuren, stationäre Rehamaßnahmen oder Sterbebegleitung für unheilbar Kranke zum erweiterten Angebot der PKV.

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PKV: Beitragsunterschiede von bis zu 45 Prozent

Bei gleichem Leistungsniveau fanden die Tester jedoch gewaltige Beitragsunterschiede. Beim Preisvergleich zeigten sich Differenzen in der Beitragshöhe von bis zu 45 Prozent. So bezahlt der 35-jährige, selbstständige Modellkunde bei einem Anbieter mit „sehr gutem“ Preis-Leistungs-Verhältnis 395 Euro Beitrag im Monat, bei 900 Euro Selbstbeteiligung. Bei einem anderen sind es 728 Euro Monatsbeitrag mit einer jährlichen Selbstbeteiligung von 960 Euro. Der gleichaltrige Angestellte kann für ein „sehr gutes“ Angebot 441 Euro oder für ein „mangelhaftes“ 804 Euro zahlen, bei 600 bzw. 320 Euro Selbstbeteiligung im Jahr.

Daraus resultierend erhielten 51 Tarife lediglich die Note befriedigend. Weitere 14 Tarife wurden als ausreichend, 8 Tarife sogar als mangelhaft bewertet. Dem gegenüber stehen 29 Tarife mit einem guten und 5 mit einem sehr guten Preis-Leistungs-Verhältnis.

51 Tarife mit Note befriedigend - nur 5 mit sehr gut

Trotz günstigerer Preise sollte der Wechsel in eine andere private Krankenversicherung gut überlegt sein. Generell sollten vor einem Wechsel nicht nur Leistungen, Erstattungsniveau und Beitragshöhe unter die Lupe genommen werden. In die Entscheidung sollten zudem Erfahrungen mit dem aktuellen Versicherungstarif, sowie das Thema Altersrückstellungen einfließen.

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Bis dato können Versicherte bei einem Wechsel der Krankenversicherung einen Teil der angesparten Altersrückstellungen mitnehmen. Dies ist jedoch nur bis zu der Höhe des Wertes, die den Leistungen im Basistarif entsprechen, möglich. Das gilt jedoch nur für Verträge, die nach dem 1. Januar 2009 abgeschlossen worden. Denn ab einer gewissen Höhe der Altersrückstellungen ist ein Versicherungswechsel durch die Beitragsverluste schlichtweg unrentabel. Eine Alternative das Problem Altersrückstellungen zu umschiffen ist ein Wechsel des Tarifs innerhalb der Krankenversicherung. Die wichtigsten Punkte auf die beim Tarifwechsel zu achten sind, haben wir in der Checkliste für den PKV-Versicherungswechsel zusammen gefasst.