Im August hatte der Versicherungskonzern Talanx durchweg positive Geschäftszahlen präsentiert. So wuchs das Konzernergebnis, trotz Flutschäden, im Vergleich zum Vorjahr um 15 Prozent auf nun 407 Millionen Euro. Konzernchef Herbert K. Haas prognostizierte daraufhin für 2013 ein Konzernergebnis nach Steuern von rund 700 Millionen Euro.

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Nun plant die Talanx-Gruppe, die vergangenen Jahr an die Börse gegangen war, weiter zu sparen. Dazu sollen die Kosten beim konzerneigenen IT-Dienstleister Talanx Systeme AG deutlich gesenkt werden. Wie der Express berichtete, wurden bereits gestern erste Gespräche mit dem Betriebsrat über Einsparmaßnahmen aufgenommen.

Talanx setzt Verschlankung der Firmenstruktur um

Bereits im vergangenen Jahr hatte die Verschlankung der Firmenstruktur begonnen. Diese war durch die Übernahme der Gerling-Versicherungsgruppe notwendig geworden. In den ersten Jahren nach der Übernahme hatte es der Konzern verpasst die Strukturen von HDI und Gerling zusammenzuführen. Durch teilweise doppelte Produktangebote und Abteilungen war es so in den vergangenen Jahren zu hohen Kosten gekommen.

Folgerichtig verabschiedete sich Deutschlands drittgrößte Versicherungsgruppe im vergangenen Jahr vom Namen Gerling im Bereich des Privat- und Firmenkundengeschäfts. Kurz darauf vermeldete der Hannoveraner Versicherer sich im deutschen Privat- und Firmenkundengeschäft von 730 Mitarbeitern trennen zu wollen. Vom Stellenabbau betroffen waren dabei vor allem Stellen in der Vertragsverwaltung und im Beschwerdemanagement. Der Konzern verpflichtete sich nach Verhandlungen mit dem Betriebsrat den Arbeitsplatzabbau stufenweise und sozial verträglich umzusetzen und bis 2015 keine betriebsbedingten Kündigungen auszusprechen.

Einsparungen bei IT-Dienstleister Talanx Systeme AG

Mit den geplanten Einsparungen bei IT-Dienstleister Talanx Systeme AG macht der Konzern einen weiteren konsequenten Schritt zum Abbau der Doppelstrukturen. Denn in letzten Jahren hatte das Unternehmen verstärkt an der Integration und Optimierung der konzernweiten IT-Infrastruktur gearbeitet und diese kräftig verschlankt.

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Um die langfristige Wettbewerbsfähigkeit weiter zu verbessern, sollen bis 2016 sowohl Sach- als auch Personalkosten deutlich gesenkt werden. Wie viele, der derzeit 1.119 Beschäftigen, um ihren Job bangen müssen, ist indes nicht bekannt. Die Sprecherin der Versicherungsgruppe, Josefine Zucker, erklärte, dass „die notwendigen Maßnahmen so sozialverträglich wie möglich“ umgesetzt werden sollen.

Express