Ein Vierteljahrhundert, gezeichnet von Höhen und Tiefen, Rezession und Aufschwung, Euphorie und Panik – das ist die Geschichte vom Deutschen Aktienindex. Am 1. Juli 1988 wurde der Index, damals noch unter der Abkürzung DAI, eingeführt und sollte zunächst nur als Ergänzung zu anderen Aktienindizes dienen. Bis Ende der 80er-Jahre gab es in Deutschland eine Vielzahl verschiedener Börsenindizes, doch keiner vermochte es, wie das amerikanische Vorbild der Dow Jones, als international anerkannter Leitindex für den deutschen Aktienmarkt zu fungieren und die Entwicklung der wichtigsten Unternehmen des Landes hinreichend zu repräsentieren. Da den Gründern das Kürzel DAI zu asiatisch klang, einigte man sich später auf die Abkürzung DAX – und dieser entwickelte sich schnell zum wichtigsten Aktienindex in Deutschland. Zum Einführungsdatum startete der DAX bei 1163,52 Punkten und setzte den Index der Börsen-Zeitung fort.

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Seitdem hat sich viel getan an der Frankfurter Börse. Am 22. Mai 2013 verbuchte der DAX seinen Allzeithöchststand von 8530,89 Punkten und aktuell liegt er knapp unter der 8000er Marke. Somit hat sich der Punktestand in den letzten 25 Jahren um mehr als das Siebenfache erhöht. Es gab jedoch auch schwere Zeiten für den Deutschen Aktienindex. So wie in den Jahren 2001/2002, als nach dem Platzen der berüchtigten Dotcom-Blase der DAX einen extremen Einbruch erlitt oder aber durch die Finanzkrise 2008, welche zu einem Kursrückgang von über 40 Prozent führte. Dennoch gab es keine Krise, aus welcher sich der DAX nicht erholte und den Weg zurück zum Aufschwung fand - denn trotz der vielen wirtschaftlichen Talfahrten, erzielte der DAX in den 25 Jahren seines Bestehens durchschnittlich ein Plus von etwa 8 Prozent im Jahr. Dies zeigt, dass hartnäckige Börsenspekulanten, welche sich nicht von Konjunkturschwankungen und Kursrückgängen einschüchtern ließen, durchaus stets lukrative Gewinne durch die Aktien der im DAX beteiligten Unternehmen erzielen konnten.

Von diesen 30 größten und wichtigsten deutschen Unternehmen sind viele seit der DAX-Gründung ununterbrochen im Aktienindex vertreten, wie zum Beispiel die Deutsche Bank und die Commerzbank, das Versicherungsunternehmen Allianz, die Autobauer BMW und Volkswagen, die Chemieriesen Bayer und BASF oder auch Elektronikhersteller Siemens sowie das Luftfahrtunternehmen Lufthansa. Doch selbst diese Unternehmen können sich keinesfalls sicher sein, für immer dem DAX anzugehören. Sinkt beispielsweise die Marktkapitalisierung eines Unternehmens zu stark, kann es aus dem DAX fallen und andere aufstrebende Unternehmen haben stets die Chance, sich einen Platz im Deutschen Aktienindex zu erobern. Doch um im DAX aufgenommen zu werden, muss ein Unternehmen eine Reihe von Anforderungen erfüllen. Außerdem wird eine Anpassung des DAX regelmäßig anhand von 4 verschiedenen Kriterien geprüft und bei Bedarf zum ordentlichen Anpassungstermin im September oder an den außerordentlichen Anpassungsterminen (März, Juni und Dezember) vorgenommen. Insolvenzen oder Zusammenschlüsse zwischen Konzernen können ebenfalls jederzeit dazu führen, dass es einer neuen Anpassung bedarf.

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Es bleibt spannend, ob der DAX die Erfolgsgeschichte seiner bisherigen Existenzdauer von 100 Quartalen auch in Zukunft weiterführen wird. Experten glauben sogar daran, dass es möglich sei, im Jahr 2014 die unglaubliche 10000 Punkte Marke erreichen zu können. Doch eine zu große Euphorie hat in der Börsenwelt schon vielen geschadet, also sollte man auch die Prognosen beim DAX mit Vorsicht genießen – denn auch der Deutsche Aktienindex machte schon die Erfahrung, dass es an nur einem einzigen Tag um über 500 Punkte nach unten gehen kann. Ein Negativrekord vom 21. Januar 2008, welcher hoffentlich so schnell nicht gebrochen wird.