Die Ergo plant deutschlandweit mehr als 120.000 Gebäudeversicherungen zu kündigen. So sollen speziell Verträge, die vor 2006 abgeschlossenen wurden, aufgelöst werden. Ziel des Versicherungskonzerns ist es, das hoch defizitäre Geschäft in der Gebäudeversicherung zu stabilisieren. Allein 2011 wurde trotz Beitragseinnahmen von 185 Millionen Euro ein Verlust von 40 Millionen Euro eingefahren. Das berichtet die Westdeutsche Allgemeine Zeitung.

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Kündigung von mehr als 120.000 Ergo-Gebäudeversicherungen

Mittels einheitlicher Konditionen sollen die im Vergleich zum Wettbewerb sehr hohen Verwaltungskosten deutlich gesenkt werden. Etwaige Vorwürfe den Bestand zu kündigen, wies Ergo-Sprecherin Alexandra Bufe umgehend zurück. Vielmehr wolle Ergo die Verträge zu aktuellen und zeitgemäßen Konditionen fortführen. So würden Verträge, bei denen eine Fortführung möglich sei, ordnungsgemäß und fristgerecht gekündigt und ein entsprechender Neu-Vertrag angeboten. Dieser beinhaltet dann eine Eigenbeteiligung von 2000 Euro bei Schäden.

Branchenexperten sehen dieses Angebot eher kritisch. Neben der Frage ob sich das neue Modell für den Kunden wirklich rentiert, stösst vor allem die Option von weiteren Beitragserhöhungen übel auf. Diese könnten im einheitlichen Modell drohen. Während jährliche Beitragserhöhungen in den alten Tarifen nicht möglich gewesen sei. Die WAZ berichtet gar von einem Branchen-Insider, der von einer Trennung der Sparte Gebäudeversicherung, ob des finanziellen Drucks, ausgeht.

Neu-Verträge der Ergo Gebäudeversicherung mit Beitragserhöhungen und Selbstbeteiligung

Laut Bufe seien deutschlandweit 120.000 Verträge in der Gebäudeversicherung betroffen. Diesen drohen neben der Selbstbeteiligung Beitragserhöhungen von bis zu 100 Prozent. Doch nicht alle Kunden bekommen ein automatisches Neu-Angebot. Dies sei laut Unternehmensaussagen in vielen Fälle nicht möglich, da nur die Makler vor Ort über die nötigen Informationen verfügen würden.

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Harsche Kritik erntet der Konzern von Vertreter- und Maklerseite. Nicht nur die Informationspolitik schlägt den Beratern auf den Magen. Vielmehr sind es der zusätzliche Beratungsaufwand, die Störung des Vertrauensverhältnisses zum Kunden und die Höhe des Beitragsanpassung. Das über Jahre gewachsene Verhältnis zum Kunden werde nun durch die mit drei Monaten recht kurzfristigen Kündigungen nachhaltig gestört. Zudem seien die drohenden Beitragsanpassungen von bis zu 100 Prozent weitaus höher als branchenübliche Beitragserhöhungen.