„Ein genauer Blick auf die Vorschläge zur Bürgerversicherung zeigt, dass ihre Umsetzung für Arbeitgeber, Arbeitnehmer, das Gesundheitssystem und die gesamte Wirtschaft Belastungen in Milliardenhöhe bedeuten würden. Die SPD geht von fünf Milliarden Euro zusätzlicher Belastungen nur für die Arbeitgeber aus. Realistischer sind jedoch acht bis zehn Milliarden. Die wirtschaftliche Dynamik würde spürbar gebremst“, betont vbw Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt.

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Wie hoch die zusätzliche Belastung für Unternehmen ausfallen würde, können diese mit Hilfe des „BürgerversicherungsRechners“ unter www.buergerversicherungsrechner.de individuell nachvollziehen.
Wählt man im Rechner das Modell der SPD als Grundlage, wird dem Anwender folgendes Beispiel gegeben:
„Im Einzelhandel werden oft sehr niedrige Gehälter gezahlt. Viele Angestellte verdienen nicht mehr als 15.000 Euro jährlich. In der Bürgerversicherung der SPD sinken die Lohnzusatzkosten für die Krankenversicherung für diese Arbeitsplätze um „limitierte“ 2,7 Prozent. Das entspricht „dünnen“ 30 Euro im Jahr. Aber auch im Einzelhandel gibt es leitende Angestellte. Nur ein Angestellter mit einem Gehalt von rund 65.000 Euro führt zu einem Anstieg der Lohnzusatzkosten um 34 Prozent. Es bedürfte beim Arbeitgeber schon 39 Gehälter rund um 15.000 Euro, um die höheren Lohnzusatzkosten eines einzelnen leitenden Angestellten zu kompensieren. In der Summe heißt das für die allermeisten Betriebe: Die Lohnzusatzkosten steigen.“

„Ungedeckelte“ Belastungen und „limitierte“ Entlastungen

Die Entlastungen im Modell der SPD sind in den unteren Gehaltsklassen auf höchstens 2,7 Prozent begrenzt. Das sei zu wenig, um die „ungedeckelten“ Lohnzusatzkosten für höhere Gehälter auszugleichen, wie das oben aufgeführte Beispiel zeigt. Diese ungleiche Verteilung von Be- und Entlastung führe in fast allen Unternehmen zu steigenden Lohnzusatzkosten. Brossardt kommt deshalb zu dem Schluss, dass die Bürgerversicherung ein Irrweg sei.