Das Neugeschäft mit der fondgebundenen Lebens- und Rentenversicherung in Deutschland geht seit 2008 kontinuierlich zurück: 2011 sank ihr Absatz um 15 Prozent auf 933 Mio. EUR (alle Angaben auf APE-Basis: Laufende Beiträge plus 10% der Einmalbeiträge). Damit machen fondsgebundene Produkte am Gesamtumsatz mit Lebensversicherungen nur noch 14 Prozent aus. Das ergab das „FLV-Update 2011“ der Unternehmensberatung Towers Watson. Diese untersuchte bereits im 18. Jahr die Gesamtentwicklung fondsgebundener Rentenversicherungen (FRV) inklusive Riester- und Basisrenten-Produkte sowie fondsgebundener Lebensversicherungen (FLV) auf dem deutschen Markt.

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„Wir beobachten den rückläufigen Trend im Neugeschäft sowohl für Produkte gegen Einmalbeitrag als auch gegen laufende Beiträge“, erläutert Marcel Schmitz, Berater bei Towers Watson. Zwar ging auch das Neugeschäft im Gesamtmarkt Leben um 2 Prozent auf 6,7 Mrd. EUR zurück. „Aber die andauernde Verunsicherung an den Kapitalmärkten wirkt sich weiterhin besonders negativ auf den Verkauf von fondsgebundenen Versicherungen aus“, so Schmitz.

Produktentwicklung: Einmalbeitrag vs laufende Beiträge

Das Jahr 2011 ist geprägt durch einen starken Rückgang im Einmalbeitragsgeschäft: Nach einem Anstieg um 35 Prozent in 2010 ging das Volumen 2011 um 21 Prozent auf knapp 1 Mrd. EUR deutlich zurück. „Nach wie vor ist es den Versicherern nicht gelungen, Neubeitragswachstum durch Einmalbeitragsprodukte zu generieren“, erklärt Schmitz. Das Fondspolicen-Geschäft gegen laufende Jahresbeiträge sank um 14 Prozent auf 836 Mio. EUR.

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Entwicklungen nach Produktkategorien:


  • Fondsgebundene Rentenversicherung: Den Löwenanteil am fondsgebundenen Neugeschäft machen mit 60 Prozent die fondsgebundenen Rentenverträge (FRV) aus (Vorjahr: 58 Prozent). Demgegenüber stehen die staatlich geförderten FRV-Produkte (Riester- und Basisrenten) mit 38 Prozent sowie die fondsgebundenen Lebensversicherungen (FLV) mit 2 Prozent. Mit einem Neuvertragsvolumen von 555 Mio. EUR geht der Umsatz mit FRV-Produkten deutlich zurück (-13 Prozent). Noch größer war der Rückgang im staatlich geförderten Bereich der Fondspolicen, wo Riester- und Basisrentenprodukte deutlich weniger nachgefragt wurden:

  • Riesterrente: Fondspolicen trotzdem wichtiges Produkt: Nach einem Verlust von 19 Prozent im Vorjahr sank das Neugeschäft für die fondsgebundene Riesterrente 2011 erneut um 16 Prozent auf jetzt 219 Mio. EUR. Dennoch stufen die Versicherer die fondsgebundene Riesterrente weiterhin als ein wichtiges Riester-Produkt ein, immerhin 48 Prozent der 2011 abgeschlossenen Riester-Verträge sind fondsgebunden (Vorjahr: 51 Prozent). Bei den gegebenen Garantien liegen sowohl klassische als auch dynamische Hybridprodukte weiterhin vorne. Sowohl Garantiefonds als auch sonstige Möglichkeiten der Garantieerzeugung liegen weit zurück.

  • Basisrente: starker Rückgang beim Einmalbeitrag: Das Neugeschäft mit fondsgebundenen Basisrentenprodukten sank um 18 Prozent auf jetzt 141 Mio. EUR, wobei es sich im Bereich Einmalbeitrag sogar halbiert hat.

  • Fondsgebundene Lebensversicherung: Auch der Absatz fondsgebundener Lebensversicherungsprodukte (FLV) ging 2011 erneut zurück: Er sank um 18 Prozent auf nunmehr 18 Mio. EUR. Damit erfährt die FLV in den letzten drei Jahren Einbußen von fast 60 Prozent. Lediglich Produkte gegen Einmalbeitrag legten 2011 um 8 Prozent zu. Insgesamt bleibt jedoch der FLV-Anteil am Fondssegment mit 2 Prozent äußerst gering.

Ausblick 2012

Die fondsgebundenen Versicherungen bleiben nach wie vor ein Sorgenkind im Versicherungsmarkt. „Stabile Kapitalmärkte und Wirtschaftswachstum sind der Nährboden, der den fondsgebundenen Versicherungen derzeit fehlt“, erklärt Schmitz. Auch bei einem schnellen Anstieg der Zinsen könnten die fondsgebundenen Versicherungen gegenüber anderen Produkten profitieren. Aber danach sieht es derzeit noch nicht aus.