Wie dramatisch die Entwicklung tatsächlich ist, zeigt die Betrachtung des Rentenniveaus netto vor Steuern. Im Jahr 2002 lag das Niveau noch bei 52,9 Prozent, 2009 war es bereits um mehr als zwei Prozent auf 50,2 Prozent gesunken. Und die Entwicklung geht weiter. Experten befürchten, dass in den kommenden Jahren das Rentenniveau deutlich unter die 50 Prozent rutscht.

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Daher sind Assekuranzmakler zunehmend im Bereich der privaten Altersvorsorge gefragt, da die Verunsicherung der Verbraucher angesichts der Hiobsbotschaften immer weiter zunimmt. Der Trend, mehr Kapital für den Lebensabend zurückzulegen, wird auch in den nächsten Jahren anhalten. Zahlen der letzten Jahre belegen bereits heute deutlich, wie gefragt das Sparen bei deutschen Verbrauchern ist. Allein die Sparquote erreicht mit durchschnittlich rund 11 Prozent einen der höchsten Werte im gesamteuropäischen Durchschnitt. Und auch das Bruttogeldvermögen aus dem vergangenen Jahr kann sich mit 4,88 Billionen Euro (Allianz Global Investors) sehen lassen.

Altersvorsorge: Transparenz und Sicherheit gefragt

Unterm Strich bleibt die Nachfrage nach Produkten aus dem Umfeld der privaten Altersvorsorge ungebremst hoch. Galt hier in der Vergangenheit vor allem die Kapitallebensversicherung als Liebling der privaten Anleger, hat sich das Bild durch die Einführung der Riester-Rente und Basisrente grundlegend gewandelt. Insbesondere die Riester-Rente hat in den letzen Jahren massiv an Zulauf gewonnen. Allein 2010 stieg die Zahl der Neuverträge im Umfeld von Anbietern der Riester-Produkte um knapp 1.150.000. Rechnet man die Bestandverträge der vorvergangenen Jahre hinzu, kommt man auf beeindruckende 14.400.000 Riester-Verträge, die deutsche Sparer im Rahmen der Altersvorsorge halten.

Wird die Riester-Rente den Erwartungen, die in sie gesetzt werden, aber gerecht? Die Politik versucht beim Verbraucher immer wieder diesen Eindruck zu erwecken. Allerdings hält diese Variante der Alterssicherung nur bedingt, was sie verspricht.

Riester-Rente: Schwachpunkte der Altersvorsorge?

Viele Makler sehen sich im Alltag mit dem Problem konfrontiert, dass Verbraucher ausdrücklich den Wunsch haben, eine Riester-Rente abzuschließen. Schuld ist ein falsches Bild, welches sich leider in den Köpfen der Zielgruppe festgesetzt hat. Eine staatliche Förderung in Form der Zulagen lockt viele Arbeitnehmer an, die unbedingt privat vorsorgen wollen, ohne tiefer in die Materie einzutauchen.

Unterm Strich ist hier der Makler gefragt, welcher nicht nur informieren, sondern auch Alternativen ausloten und aufzeigen muss. Denn zu den großen Schwächen der Riester-Rente gehört nach wie vor die überdurchschnittliche Kapitalbindung. Zwar kann ein Betrag i. H. von 30 Prozent zu Beginn der Rentenphase abgerufen werden. Das restliche Kapital verbleibt aber in der Riester-Rente. Ein weiterer Kritikpunkt: Die Riester-Rente kann nicht im Ausland jenseits der EU-Grenzen in Anspruch genommen werden. Schon zwei Punkte, die viele Verbraucher nicht kennen und bei denen der Makler gefragt ist.

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Riester-Rente und Rendite

Das wohl größte Manko der Riester-Rente ist die Rendite. Hier wird immer wieder mit Versprechen geworben, die dem Blick hinter die Kulissen nicht standhalten. In der Vergangenheit wurde immer wieder auf die magere Entwicklung hingewiesen, die in einigen Fällen sogar hinter der Teuerungsrate zurückbleibt.

Die Riester-Rente ist unterm Strich nicht das Produkt, welches sie zu sein vorgibt. Welchen Schluss muss der Makler aus dieser Tatsache ziehen? Aufklärung, Altersvorsorge Beratung und Bedarfsanalyse nehmen mehr Raum ein, um eine nachhaltige, altersgerechte und tragfähige Altersvorsorge zu etablieren.