Unter dem Titel „ESG Portfolio Risk Reloaded“ zeigen die Risikomanagement-Experten, dass ESG-Kriterien die Portfolioeffizienz entscheidend verbessern können. Die drei Buchstaben „ESG“ stehen dabei für „Environmental, Social und Corporate Governance“; zu deutsch: Umwelt-, Sozial- und Unternehmensführungsfaktoren.

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Auswirkungen von ESG-Risikofaktoren auf chancenorientierte Anlageklassen

Insbesondere sollten die ESG-Faktoren aus Anlegersicht ein integraler Bestandteil der Anlageentscheidung sein, um die sogenannten Extrem-Verlustrisiken zu minimieren. Dr. Steffen Hörter, Direktor von risklab: „Im heutigen Kapitalmarktumfeld diversifizieren Investoren zunehmend weg von niedrig verzinsten Staatsanleihen hin zu höher rentierlichen Anlagen wie Aktien aus den Schwellenländern oder Unternehmensanleihen, um ihre Renditeziele zu erreichen. Unsere Analyse zeigt, dass die Berücksichtigung von ESG-Faktoren die Extrem-Verlustrisiken dieser Anlageklassen signifikant verbessern kann.“

Der Studie zufolge kann das durchschnittliche Verlustrisiko im Falle eines Extremereignisses (Tail Risk), das anhand des Conditional Value at Risk (CVaR 95 %) gemessen wird, bei Schwellenländeraktien durch die Berücksichtigung von ESG-Faktoren von - 64,5 Prozent pro Jahr auf -38,8 Prozent gesenkt werden. Hierbei wurde ein ESG- risikooptimiertes Portfolio aus Schwellenländeraktien mit dem MSCI Emerging Markets Index verglichen. Bei Unternehmensanleihen kann das durchschnittliche Verlustrisiko bei Extremereignissen von -8,1 Prozent pro Jahr auf -4,9 Prozent gesenkt werden (ESG-optimiertes Portfolio im Vergleich zum Merrill Lynch Global Broad Market Corporate Index).

Darüber hinaus sind ESG-Faktoren aber auch für Kernanlageklassen wie Industrieländeraktien wichtig. Vergleicht man die erwarteten Extrem-Verlustrisiken einer ESG-optimierten Strategie mit dem breiten MSCI World Equity Index, so ergibt sich eine mögliche Verbesserung von -38,1 Prozent pro Jahr auf -25,7 Prozent. Bei allen drei Anlageklassen ergaben sich noch größere Unterschiede, wenn als jeweiliger Vergleichsmaßstab ein Portfolio mit stark erhöhtem ESG-Risikoexposure gegenüber der Benchmark betrachtet wurde.

Auswirkungen einer ESG-Risikooptimierung auf das erwartete Portfolioergebnis

Fazit: Für jeden Investor ist die volle Transparenz darüber, wie sich die ESG-Faktoren quantitativ auf das eigene Portfolio auswirken, von eminenter Bedeutung. Um dies zu illustrieren, hat risklab ein zu je 50 Prozent aus Aktien und Rentenwerten bestehendes globales Mischportfolio für einen Zeitraum von 20 Jahren analysiert. In dieser Periode ergab sich für das Referenzportfolio ein erwarteter jährlicher Ertrag von 6,5 Prozent pro Jahr, bei einem durchschnittlichen zu erwartenden Extremverlust von -15,9 Prozent pro Jahr. Diesem Portfolio wurden zwei Alternativportfolien gegenüber gestellt, die in ESG- optimierte Industrie- und Schwellenländeraktien sowie Unternehmensanleihen investierten. Das Ergebnis: Entweder verringerte sich bei gleichem zu erwartenden Durchschnittsertrag das Extrem-Verlustrisiko um rund ein Drittel auf -10,9 Prozent, oder der zu erwartende Ertrag stieg bei gleichem Verlustrisiko auf 7,0 Prozent pro Jahr.

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Hörter fasst die Untersuchungsergebnisse zusammen: „Unsere Analyse dokumentiert, dass ESG-risikooptimierte Investmentstrategien die Portfolioeffizienz verbessern können. Portfolien sollten daher auch nach dem ESG-Risikoexposure überprüft werden, z.B. mit Hilfe von ESG-Ratings oder dem impliziten CO-2 Fußabdruck. All diese Risiken sind bedeutende Einflussfaktoren für eine langfristige Investment- und Risikooptimierung.“