Maklerpools im Umbruch: Die „Big 4“ ziehen davon
Der Poolmarkt wächst. Das gilt aber nicht für alle Unternehmen. Eine Asscompact-Studie zeigt eine deutliche Machtverschiebung hin zu wenigen großen Anbietern. Treiber sind Kapital, Technologie und neue Plattformökosysteme.

Der Markt der Maklerpools und Verbünde wächst dynamisch. Gleichzeitig verschärft sich der Wettbewerb deutlich. Das zeigt die aktuelle AssCompact Trendstudie „Play-offs im Markt der Maklerpools und -verbünde“. Während das Courtagevolumen im analysierten Kernmarkt um 16,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr zulegte, profitieren längst nicht alle Anbieter gleichermaßen von dieser Entwicklung.
Anzeige
Die Zahlen verdeutlichen eine zunehmende Spreizung: Einige wenige große Marktteilnehmer bauen ihre Position konsequent aus, während kleinere und mittlere Anbieter zurückfallen. „Wir sehen eine klare Spaltung des Marktes: Die BIG 4 wachsen nicht nur schneller – sie profitieren strukturell von Skaleneffekten, Technologiekompetenz und Finanzstärke“, erklärt Klaus-Jürgen Baum, einer der beiden Köpfe hinter der Studie.
Im Zentrum dieser Entwicklung stehen die führenden Anbieter blau direkt, Infitech, JDC und VEMA. Sie konnten ihren Marktanteil weiter steigern und vereinen inzwischen einen erheblichen Teil des Geschäftsvolumens auf sich. Laut Studie dürfte sich dieser Trend weiter fortsetzen. „Das Wachstumsmomentum der führenden Anbieter ist ungebrochen. Ihre Zuwächse übersteigen teilweise die Geschäftsvolumina kleinerer und mittlerer Wettbewerber“, ergänzt Co-Autor Dietmar Kottmann, Partner bei Oliver Wyman.
Ein wesentlicher Treiber dieser Entwicklung ist der zunehmende Einfluss von Finanzinvestoren. Übernahmen, Kooperationen und strategische Allianzen prägen die Marktstruktur stärker denn je. „Private Equity Investoren haben ihre Stellung nochmals deutlich ausgebaut“, so Baum. Es entstünden „Mega-Pools mit Dimensionen, die noch vor wenigen Jahren unvorstellbar erschienen“.
Neben Kapital gewinnen technologische Faktoren zunehmend an Bedeutung. Plattformökonomie, Integrationstiefe und digitale Leistungsfähigkeit entscheiden darüber, wie attraktiv ein Pool für Vermittler ist. „Makler entscheiden sich heute nicht nur für einen Pool, sondern für ein gesamtes Ökosystem“, erklärt Kottmann.
Die Studie zeigt damit eine grundlegende Verschiebung im Markt: Der Wettbewerb wird nicht mehr allein über Courtage oder Service entschieden, sondern über Skalierung, Technologie und Netzwerkstrukturen. Für kleinere Anbieter steigt damit der Druck, sich strategisch neu zu positionieren oder Teil größerer Einheiten zu werden. Gleichzeitig erweitert sich der Blick auf angrenzende Segmente. Erstmals analysiert die Studie auch Investment- und Allfinanzpools unter Einbeziehung von Haftungsdächern. Das Zusammenspiel von Versicherungs- und Investmentgeschäft dürfte künftig eine noch größere Rolle spielen.
Unterm Strich entsteht ein Markt, der weiter wächst, aber zunehmend von wenigen großen Playern geprägt wird. Für Vermittler bedeutet das mehr Auswahl im Ökosystem – aber auch die Notwendigkeit, sich bewusst für die richtige Plattform zu entscheiden.
