Versicherungsbote zeigt die Neugeschäftskönige bei Renten- und selbstständigen Berufsunfähigkeitsversicherungen – gemessen am Beitragsvolumen im Neugeschäft.

Anzeige

Hintergrund: Renten- und Berufsunfähigkeitsversicherungen gehören zu den wichtigsten Instrumenten der privaten Vorsorge. Während Rentenversicherungen auf den langfristigen Vermögensaufbau und die Absicherung im Alter abzielen, sichern Berufsunfähigkeitsversicherungen das Einkommen im Fall eines gesundheitsbedingten Ausfalls. Wenngleich sich die Vertragsbedingungen im Detail unterscheiden können, haben sich in der Berufsunfähigkeitsversicherung weitgehend einheitliche Standards etabliert: In der Regel gilt eine Berufsunfähigkeit ab einem Grad von mindestens 50 Prozent, sofern dieser Zustand voraussichtlich länger als sechs Monate andauert.

In der Praxis werden beide Produktarten getrennt betrachtet, in den Geschäftsberichten der Lebensversicherer jedoch häufig gemeinsam ausgewiesen, wodurch sie auch in der vorliegenden Auswertung zusammengefasst werden. Zwar ergibt sich daraus die Schwierigkeit, dass sich unterschiedliche Produktlogiken überlagern, da Rentenversicherungen auf den Kapitalaufbau abzielen, während Berufsunfähigkeitsversicherungen ein biometrisches Risiko absichern. Gleichzeitig ermöglicht die gemeinsame Betrachtung jedoch eine konsistente Auswertung auf Basis der verfügbaren Kennzahlen und macht sichtbar, welche Anbieter über beide Segmente hinweg relevante Beitragsvolumina erzielen.

Rückläufiges Neugeschäft bei den wichtigen Produkten

Gleichzeitig zeigt sich eine rückläufige Entwicklung im Neugeschäft. Im Jahr 2024 wurden branchenweit noch 645.685 Policen in den Bereichen Rentenversicherung und selbstständige Berufsunfähigkeitsversicherung eingelöst, was einem leichten Rückgang um 2.754 Verträge gegenüber dem Vorjahr entspricht. Deutlicher fällt die Entwicklung beim Beitragsvolumen aus: Die laufenden Beiträge im Neugeschäft sanken von 722,4 Millionen Euro auf 681,4 Millionen Euro. Damit steht die Sparte für 15,13 Prozent des gesamten Neugeschäfts der Lebensversicherer.

Auch im Bestand zeigt sich ein Rückgang. Insgesamt verwalteten die Versicherer im Jahr 2024 noch 23,40 Millionen Verträge in diesen Segmenten, das sind 381.495 weniger als im Vorjahr. Die laufenden Beiträge im Bestand beliefen sich auf 19,62 Milliarden Euro, nach 20,04 Milliarden Euro im Jahr zuvor. Trotz dieses Rückgangs bleibt die wirtschaftliche Bedeutung hoch: Rentenversicherungen allein stellen mit 29,57 Prozent weiterhin einen erheblichen Anteil an allen Hauptversicherungen, auch wenn ihre Bedeutung im Neugeschäft gegenüber fonds- und indexgebundenen Produkten zurücktritt.

Welche Produkte die Auswertung abdeckt – und welche nicht

Für die Einordnung der Ergebnisse ist die Abgrenzung der betrachteten Segmente entscheidend. Die Auswertung umfasst ausschließlich Rentenversicherungen und selbstständige Berufsunfähigkeitsversicherungen. Nicht berücksichtigt werden hingegen Kapitalversicherungen, Risikolebensversicherungen, Kollektivversicherungen sowie fonds- und indexgebundene Produkte, die in den Statistiken gesondert ausgewiesen werden.

Zudem werden Berufsunfähigkeits- und Invaliditätszusatzversicherungen nicht einbezogen. Diese werden separat erfasst und erreichen mit über 10 Millionen Verträgen eine erhebliche Größenordnung, die rund 13 Prozent der Hauptversicherungen entspricht. Anbieter mit starkem Zusatzversicherungsgeschäft können daher in der vorliegenden Auswertung unterrepräsentiert sein.

Ein weiterer wichtiger Punkt betrifft die Beitragsstruktur: Die Analyse basiert ausschließlich auf Verträgen gegen laufenden Beitrag. Einmalbeitragsverträge bleiben unberücksichtigt, da sie in den zugrunde liegenden Kennzahlen nicht enthalten sind. Die Ergebnisse spiegeln somit das nachhaltige Neugeschäft wider und sind nicht durch einzelne großvolumige Einmalzahlungen verzerrt.

Versicherungsbote zeigt Neugeschäftskönige nach Beitragsvolumen bei Renten- und selbstständigen BU-Versicherungen

Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage, welche Versicherer das Neugeschäft in diesen zentralen Vorsorgesegmenten prägen. Grundsätzlich lässt sich der Erfolg im Neugeschäft über die Zahl der abgeschlossenen Verträge oder über die laufenden Beiträge im Neugeschäft messen. Während die Vertragszahlen vor allem die Marktdurchdringung abbilden, geben die Beiträge Hinweise auf die wirtschaftliche Bedeutung sowie auf das durchschnittliche Vorsorgeniveau. Die folgende Bildstrecke ordnet die Anbieter nach den laufenden Beiträgen im Neugeschäft und zeigt, welche Versicherer hier die größten Volumina erzielen. Ergänzend werden ausgewählte Kennzahlen dargestellt, um Unterschiede in Geschäftsmodell, Beitragsniveau und Marktposition sichtbar zu machen.

Anzeige

Alle dargestellten Kennzahlen stammen aus dem MAP-Report 941 aus dem Hause Franke und Bornberg, dem aktuellen Bilanzrating der deutschen Lebensversicherer. Der Report stellt eine breite Datenbasis zur Entwicklung von Bestand, Neugeschäft und Beiträgen bereit und kann kostenpflichtig über die Webseite der Ratingexperten bezogen werden.