Unsere Bildstrecke stellt die Neugeschäftskönige für das Geschäftsjahr 2024 bei Kollektiv- Lebensversicherungen vor.

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Hintergrund: Kollektivversicherungen zählen zu den zentralen Geschäftsfeldern der Lebensversicherung, sind jedoch deutlich heterogener strukturiert als andere Produktkategorien. Unter diesem Begriff werden sehr unterschiedliche Vertragsformen zusammengefasst, etwa Lösungen der betrieblichen Altersversorgung, Gruppenversicherungen für Unternehmen oder Rahmenverträge für einzelne Berufsgruppen wie Ärzte oder Architekten. Entsprechend vielfältig fallen sowohl die Vertragsstrukturen als auch die Beitragsniveaus aus – zugleich erklärt diese Vielfalt die besondere Rolle des Segments für die Branche.

Im Jahr 2024 setzten insgesamt 64 Lebensversicherer Kollektivverträge im Neugeschäft ab und erreichten dabei 1.139.248 Versicherungsscheine. Der laufende Beitrag des Neugeschäfts summierte sich branchenweit auf 907,1 Millionen Euro.

Im Bestand zeigt sich die wirtschaftliche Bedeutung des Segments noch deutlicher. Insgesamt verwalten 67 Versicherer 15.143.762 Kollektivverträge. Die laufenden Beiträge belaufen sich hier auf 10,83 Milliarden Euro, während die Versicherungssumme eine Größenordnung von 468,9 Milliarden Euro erreicht. Damit gehört das Kollektivgeschäft zu den volumenstärksten Bereichen der Lebensversicherung.

Gleichzeitig ist die Vergleichbarkeit der Kennzahlen eingeschränkt. Grundsätzlich kann das Neugeschäft im Kollektivsegment aus zwei Perspektiven bewertet werden: entweder nach der Zahl der abgesetzten Versicherungsscheine oder nach dem laufenden Beitrag des Neugeschäfts. Beide Kennzahlen setzen unterschiedliche Akzente, sind jedoch im Kollektivgeschäft nicht gleichermaßen belastbar.

Die Zahl der Versicherungsscheine suggeriert zunächst eine hohe Marktdurchdringung, ist jedoch strukturell verzerrt. Denn ein einzelner Kollektivvertrag kann – je nach Ausgestaltung – wenige Dutzend oder mehrere tausend Personen umfassen. Hinzu kommt, dass die Zählweise zwischen den Anbietern variieren kann, etwa wenn Verträge pro Person oder pro Rahmenvereinbarung erfasst werden.

Wie stark diese Unterschiede ins Gewicht fallen, zeigt ein Blick auf die Spannweite der Kennzahlen: So erreicht ein Anbieter – die Credit Life – mit 99.044 Verträgen lediglich 0,318 Millionen Euro laufenden Beitrag im Neugeschäft, was einem durchschnittlichen Jahresbeitrag von rund 3 Euro je Vertrag entspricht. Demgegenüber stehen Anbieter wie die Deutsche Ärzte, die mit 2.164 Verträgen ein Beitragsvolumen von 5,06 Millionen Euro erzielen – also rund 2.340 Euro je Vertrag. Diese erhebliche Spreizung verdeutlicht, dass die Vertragszahlen im Kollektivgeschäft nur eingeschränkt vergleichbar sind und keine verlässliche Aussage über die wirtschaftliche Bedeutung des Geschäfts zulassen.

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Vor diesem Hintergrund erfolgt die Einordnung der Neugeschäftskönige im Kollektivsegment nun auf Basis der laufenden Beiträge im Neugeschäft, da diese Kennzahl das tatsächliche Marktgewicht deutlich präziser abbildet. Die Bildstrecke von Versicherungsbote zeigt, welche Unternehmen hier die höchsten Beitragsvolumina erzielen, und ordnet ergänzend weitere Kennzahlen zum Neugeschäft und zum Bestand ein. Grundlage der Analyse sind die Daten des MAP-Report 941, dem aktuellen Bilanzrating der Lebensversicherer aus dem Hause Franke und Bornberg. Der traditionsreiche Report stellt eine Vielzahl von Kennzahlen zur Lebensversicherung bereit und kann kostenpflichtig über die Webseite der Hannoveraner Ratingexperten bezogen werden.