LV-Neugeschäftskönige: Wer bei fonds- und indexgebundenen Policen dominiert
Fonds- und indexgebundene Policen sind die wichtigste Kategorie im Neugeschäft der Lebensversicherung. Eine Bildstrecke von Versicherungsbote zeigt die Neugeschäftskönige nach eingelösten Versicherungsscheinen.

Versicherungsbote zeigt in seiner Bildstrecke, welche Lebensversicherer 2024 die meisten fonds- und indexgebundenen Policen absetzen konnten.
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Hintergrund: Fonds- und indexgebundene Lebensversicherungen, die in den Geschäftsberichten unter „Sonstige Lebensversicherungen“ geführt werden, prägen das Neugeschäft der Leben-Branche wie keine andere Produktkategorie. Im Jahr 2024 wurden in dieser Sparte insgesamt 1.519.342 Versicherungsscheine eingelöst. Damit blieb das Neugeschäft auf hohem Niveau weitgehend stabil, auch wenn die Zahl der neu eingelösten Versicherungsscheine gegenüber dem Vorjahr um 8.027 Verträge bzw. rund 0,5 Prozent zurückging.
Auch wirtschaftlich zeigt sich die Bedeutung dieses Segments: Die laufenden Beiträge des Neugeschäfts summieren sich für „Sonstige Lebensversicherungen“ auf 2,16 Milliarden Euro. Damit vereinen die fonds- und indexgebundenen Policen nicht nur die größte Zahl neu abgeschlossener Verträge, sondern auch ein erhebliches Beitragsvolumen auf sich.
Mit einem Anteil von 35,60 Prozent stellen die „Sonstigen Lebensversicherungen“ die größte Produktgruppe im Neugeschäft. Dahinter folgen Kollektivversicherungen mit 26,69 Prozent, Risikolebensversicherungen mit 16,93 Prozent sowie Rentenversicherungen und selbstständige Berufsunfähigkeitsversicherungen mit 15,13 Prozent. Kapitalbildende Lebensversicherungen kommen dagegen nur noch auf 5,61 Prozent und spielen im Neugeschäft eine untergeordnete Rolle.
Diese Verteilung macht den strukturellen Wandel der Branche sichtbar: Kapitalmarktorientierte Produkte sind heute der wichtigste Zugang zur Lebensversicherung. Im Bestand zeigt sich jedoch ein differenzierteres Bild. Zwar entfallen auf fonds- und indexgebundene Policen bereits 18,77 Millionen Verträge bzw. 23,74 Prozent, doch bleiben Rentenversicherungen und BU mit 29,57 Prozent die größte Bestandsgruppe. Dahinter folgen die fonds- und indexgebundenen Policen sowie Kollektivverträge mit 19,14 Prozent. Kapitalbildende Lebensversicherungen erreichen trotz ihrer geringen Bedeutung im Neugeschäft noch immer 15,23 Prozent der Bestände.
Die Neugeschäftskönige im Überblick
Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage, welche Versicherer das Neugeschäft bei fonds- und indexgebundenen Policen tatsächlich prägen. Entscheidend ist dabei, wie Neugeschäft gemessen wird: entweder über die Zahl der eingelösten Versicherungsscheine oder über das Beitragsvolumen.
Die Zahl der Versicherungsscheine zeigt dabei vor allem die Reichweite im Markt – also wie viele Kunden ein Anbieter mit seinen Produkten erreicht. Das Beitragsvolumen hingegen gibt Hinweise auf das durchschnittliche Beitragsniveau je Vertrag und damit auf die Sparintensität der Policen. Indirekt lässt sich daraus auch auf das potenzielle Leistungsniveau schließen, etwa die Höhe der späteren Ablaufleistung oder Rente.
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Die folgende Bildstrecke ordnet die Anbieter nach der Zahl der eingelösten Versicherungsscheine und zeigt damit, welche Versicherer die größte Reichweite im Neugeschäft erzielen. Ergänzend werden ausgewählte Kennzahlen ausgewiesen, um Unterschiede im Beitragsniveau, in der Sparintensität und in der Leistungsdimension der Verträge sichtbar zu machen. Alle dargestellten Kennzahlen stammen aus dem MAP-Report 941 aus dem Hause Franke und Bornberg, dem aktuellen Bilanzrating der deutschen Lebensversicherer. Der Report gilt als etabliertes Analyseinstrument im Markt und bietet eine breite Datenbasis zur Bewertung von Geschäftsentwicklung, Beständen und Ertragslage. Der MAP-Report kann kostenpflichtig über die Webseite der Ratingexperten bezogen werden.