Kfz-Versicherung: Mehrheit der Autobesitzer von Beitragserhöhungen betroffen
Vier von fünf Autobesitzern waren von den letzten Beitragserhöhungen in der Kfz-Versicherung direkt oder indirekt betroffen. Denn selbst schadenfreie Kunden zahlen häufig mehr oder profitieren nicht von ihrer besseren Schadenfreiheitsklasse.

Die Beitragsschraube in der Kfz-Versicherung dreht sich weiter. 60,3 Prozent der Autobesitzer haben mit ihrer letzten Jahresrechnung eine höheren Beitrag erhalten. Weitere 22,3 Prozent zahlen nominell den gleichen Beitrag wie im Vorjahr. Dabei hätte sich für sie aufgrund einer besseren Schadenfreiheitsklasse eigentlich der Beitrag reduzieren müssen. Damit sind insgesamt 82,6 Prozent der Versicherten von den jüngsten Preisanpassungen betroffen. Lediglich 10,7 Prozent konnten sich über eine günstigere Prämie freuen. Das geht aus einer repräsentativen Umfrage des Vergleichsportals Verivox hervor.
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"Die Kfz-Versicherer beklagen die weiterhin steigenden Ersatzteil- und Reparaturkosten", sagt Aljoscha Ziller, Geschäftsführer der Verivox Versicherungsvergleich GmbH. "Dennoch haben die letzten Preiserhöhungsrunden die Budgets der Autoversicherer entlastet. Viele Anbieter treten wieder mit günstigen Preisen in den Wettbewerb um neue Kunden ein." Das zeigt auch der Vergleich zu den Zahlen aus dem Vorjahr. Im Januar 2025 hatten noch 65,6 Prozent der Autobesitzer eine Prämienerhöhung gemeldet und damit 5,3 Prozentpunkte mehr als aktuell.
Besonders stark von Erhöhungen sind Vollkaskoversicherte betroffen. 65,2 Prozent von ihnen berichten von einer Beitragserhöhung, bei weiteren 19,8 Prozent blieb der Beitrag unverändert. In der Kfz-Haftpflicht lag der Anteil der Preiserhöhungen mit 52,1 Prozent niedriger, während bei 29,9 Prozent keine Veränderung festgestellt wurde.
Trotz steigender Beiträge bleibt die Wechselbereitschaft gering. 78,2 Prozent der Befragten gaben an, die höhere Rechnung einfach bezahlt zu haben. Im Vorjahr lag dieser Wert bei 77,1 Prozent, 2024 sogar bei 70,9 Prozent. Nur 4,5 Prozent überprüfen aktiv ihre tarifrelevanten Angaben oder passen diese an. Ein knappes Viertel (23,4 Prozent) gibt an, nicht zu wissen, wann die Laufzeit ihrer Kfz-Versicherung endet.
