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Die Armutsgefährdung in Deutschland nimmt weiter zu. Nach aktuellen Ergebnissen des Statistischen Bundesamtes galten 2025 rund 13,3 Millionen Menschen als armutsgefährdet. Das entspricht 16,1 Prozent der Bevölkerung. Gegenüber dem Vorjahr ist es ein erneuter Anstieg. Denn 2024 hatte die Quote noch bei 15,5 Prozent gelegen. Damit lebt inzwischen etwa jeder sechste Mensch in Deutschland mit einem Einkommen unterhalb der Armutsgefährdungsgrenze.

Diese Grenze definiert die Europäische Union als 60 Prozent des mittleren Einkommens der Gesamtbevölkerung. Für alleinlebende Personen lag sie 2025 bei 1.446 Euro netto im Monat, für eine vierköpfige Familie mit zwei Erwachsenen und zwei Kindern unter 14 Jahren bei 3.036 Euro. Im Vergleich zum Vorjahr sind diese Schwellenwerte deutlich gestiegen. Ausscchlaggebend dafür ist die allgemeine Einkommens- und Preisentwicklung, die auch die Schwellenwerte steigen lassen. Die zugrunde liegenden Einkommen beziehen sich auf das Jahr 2024, da sie im Rahmen der EU-SILC-Erhebung rückwirkend erfasst werden.

Besonders stark von Armutsgefährdung betroffen sind bestimmte Haushaltstypen. Alleinlebende weisen mit 30,9 Prozent die höchste Quote auf. Auch in Alleinerziehenden-Haushalten ist das Risiko mit 28,7 Prozent deutlich überdurchschnittlich. Die Zahlen verdeutlichen, wie stark fehlende Einkommensdiversifizierung und hohe Fixkosten das Armutsrisiko erhöhen können.

Ein Blick auf den Erwerbsstatus zeigt noch größere Unterschiede. Arbeitslose sind mit einer Armutsgefährdungsquote von 64,9 Prozent mit Abstand am stärksten betroffen. Aber auch andere Nichterwerbstätige sowie Menschen im Ruhestand liegen mit Quoten von 33,8 beziehungsweise 19,1 Prozent über dem Durchschnitt. Altersarmut bleibt damit ein strukturelles Thema, das durch demografische Entwicklungen weiter an Bedeutung gewinnt.

Über die reine Einkommensbetrachtung hinaus zeigt sich ein noch umfassenderes Bild sozialer Risiken. Insgesamt waren 2025 rund 17,6 Millionen Menschen. Das sind rund 21,2 Prozent der Bevölkerung. Um es zu verbildlichen: Damit ist jeder fünfte Deutsche von Armut oder sozialer Ausgrenzung bedroht. Dieser Wert blieb im Vergleich zum Vorjahr nahezu unverändert. In diese Kategorie fallen Personen, die entweder armutsgefährdet sind, unter erheblicher materieller und sozialer Entbehrung leiden oder in Haushalten mit sehr geringer Erwerbsbeteiligung leben.