Rund 1,0 Millionen Menschen sind im Jahr 2025 in Deutschland gestorben. Damit liegt die Zahl der Sterbefälle nach vorläufigen Angaben nahezu auf dem Niveau des Vorjahres und ist sogar leicht gesunken. Angesichts einer seit Jahrzehnten alternden Bevölkerung ist das bemerkenswert – denn eigentlich wird langfristig mit einem kontinuierlichen Anstieg der Sterbefallzahlen gerechnet.

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Der Grund für diese Stabilisierung liegt in der steigenden Lebenserwartung. Bereits vor der Corona-Pandemie hatte sie den sogenannten Alterungseffekt teilweise ausgeglichen. Während der Pandemiejahre 2020 bis 2022 kehrte sich dieser Trend vorübergehend um: Die Sterbefallzahlen stiegen deutlich, die Lebenserwartung sank. Seit 2023 zeigt sich jedoch eine klare Gegenbewegung. Die Lebenserwartung hat wieder das Vor-Corona-Niveau erreicht, wenn auch noch leicht unter dem langfristigen Trend.

Im Jahresverlauf 2025 zeigten sich zwar temporäre Ausschläge, insgesamt blieb das Niveau aber stabil. Zu Beginn des Jahres lagen die Sterbefallzahlen zeitweise über dem Durchschnitt der vier Vorjahre. Das hing mit einer starken Verbreitung von Atemwegserkrankungen zusammen, insbesondere im Februar und März. Mit dem Abklingen der Grippewelle im Frühjahr normalisierte sich die Lage rasch.

Im weiteren Verlauf des Jahres lagen die Sterbefallzahlen überwiegend im Bereich oder sogar unter dem Vergleichsniveau der Vorjahre. Eine kurze Hitzewelle im Juli führte nur zu einem begrenzten Anstieg. Auffällig war vor allem das Jahresende: Bereits zum dritten Mal in Folge fielen die Sterbefallzahlen deutlich niedriger aus als in den Pandemiejahren.

Dass einzelne Monate im Vergleich zu den Vorjahren besonders niedrig ausfielen, ist auch statistisch erklärbar. Die Jahre 2021 und 2022 waren durch außergewöhnlich hohe Sterbefallzahlen geprägt und wirken im Mehrjahresvergleich weiterhin nach. Niedrigere Werte im Jahr 2025 bedeuten daher nicht zwangsläufig eine außergewöhnlich geringe Sterblichkeit, sondern vielmehr eine Normalisierung nach einer Ausnahmesituation.