Hintergrund: Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen der Wohngebäudeversicherung bleiben 2024 angespannt. Zwar verbessert sich die Schaden-Kosten-Quote der Branche gegenüber den Vorjahren spürbar: Erstmals seit 2020 liegt der Durchschnitt wieder unter einhundert Prozent und sinkt auf 96,47 Prozent (2023: 101,0 Prozent). Dieser Fortschritt ist vor allem höheren Beitragseinnahmen und einer im Vergleich zu Extremjahren moderateren Schadenentwicklung geschuldet. Gleichwohl bleibt das Bild fragil. Noch immer weisen 33 der fünfzig größten Anbieter ein negatives versicherungstechnisches Ergebnis aus, im Durchschnitt beläuft sich der Verlust auf 13,85 Millionen Euro. Damit zeigt sich: Auch ein vergleichsweise ruhigeres Schadenjahr reicht nicht aus, um die Mehrheit der Gesellschaften nachhaltig in die Gewinnzone zu führen.

Anzeige

Vor diesem Hintergrund spiegeln sich die Belastungen zunehmend auch in der Bestandsentwicklung wider. Während ein Teil der Branche 2024 weiter wächst, verzeichnet genau die Hälfte der fünfzig größten Wohngebäudeversicherer rückläufige Vertragszahlen. Diese Bestandsverluste sind dabei nicht nur als Ausdruck mangelnder Nachfrage oder einer generellen strukturellen Schwäche der Sparte zu verstehen. Vielmehr zeigen sie, wie unterschiedlich Versicherer auf ein Umfeld reagieren, das von hoher Schadenvolatilität, regional stark divergierenden Risiken und anhaltendem Kostendruck geprägt ist.

Gerade in der Wohngebäudeversicherung können Bestandsveränderungen daher auch Ergebnis bewusster Steuerungsentscheidungen sein. Angesichts zunehmender Extremwetterrisiken, heterogener Schadenverläufe und hoher Ergebnisschwankungen prüfen viele Anbieter ihre Portfolios intensiver als in anderen Sparten – etwa über Anpassungen der Preispositionierung, eine selektivere Zeichnungspolitik oder eine stärkere Fokussierung auf bestimmte Regionen und Risikoklassen. Dass dies kurzfristig mit rückläufigen Vertragszahlen einhergehen kann, gehört in einem solchen Umfeld zur Realität eines besonders risikosensiblen Geschäfts.

Versicherungsbote stellt die größten Bestandsverlierer in einer neuen Bildstrecke vor

Wenngleich sich auf Basis der verfügbaren Daten keine eindeutigen Ursachen für die Bestandsrückgänge einzelner Anbieter benennen lassen, zeigt diese Bildstrecke jene Wohngebäudeversicherer, die 2024 in absoluten Zahlen die größten Verluste im Vertragsbestand verzeichneten. Die Darstellung konzentriert sich damit bewusst auf die Größenordnung der Bestandsveränderungen und verzichtet auf Spekulationen über strategische Motive oder operative Einzelentscheidungen.

Zur Einordnung werden ergänzend die Marktstellung nach gebuchten Bruttoprämien sowie das versicherungstechnische Ergebnis (vor Veränderung der Schwankungsrückstellung) ausgewiesen. Denn gerade in der Wohngebäudeversicherung sagen Vertragszahlen allein nur begrenzt etwas über die wirtschaftliche Bedeutung eines Anbieters aus: Die Verträge unterscheiden sich erheblich hinsichtlich Versicherungssummen, regionaler Exponierung und Schadenanfälligkeit. Erst im Zusammenspiel von Bestand, Prämienvolumen und Ergebnis lässt sich beurteilen, welche Rolle Bestandsveränderungen im jeweiligen Geschäftsmodell spielen.

Anzeige

Datengrundlage ist der Branchenmonitor Wohngebäudeversicherung 2025 der V.E.R.S. Leipzig GmbH, der mit einer Marktabdeckung von 95 Prozent einen umfassenden Überblick über die Sparte bietet und wie gewohnt über die Webseite des Analysehauses (kostenpflichtig) bestellbar ist.