Wie blickt die Versicherungsbranche auf 2025 zurück? Und welcher Ausblick bietet sich für das kommende Jahr? Auch in diesem Jahr suchte Versicherungsbote das Gespräch mit den Vorständen der Versicherer. Die Antworten spiegeln ein breites Spektrum an Branchenthemen wider: von anhaltender Kosten- und Schadeninflation über geopolitische Unsicherheiten bis hin zu technologischen Umbrüchen, die Geschäftsmodelle tiefgreifend verändern.

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Doch der Rückblick ist keineswegs nur von Herausforderungen geprägt. Viele Vorstände berichten trotz Wettbewerbs- und Transformationsdruck von bemerkenswertem Optimismus. Vor allem Digitalisierung und künstliche Intelligenz haben 2025 einen deutlichen Sprung gemacht und eröffnen neue Effizienz- und Wachstumspotenziale – sei es in Schadenprozessen, der Kundenkommunikation oder in der Entwicklung neuer Produkte. Zugleich rücken Kundenzentrierung, hybride Beratung und organisatorischer Wandel stärker in den Fokus.

So entsteht ein differenziertes Bild: Die Branche steht unter hohem Veränderungsdruck, sieht jedoch zugleich enorme Chancen, die sich aus technologischer Innovation, kultureller Erneuerung und neuen Geschäftsmodellen ergeben.

Im Folgenden stellen wir die Antworten von Katharina Jessel vor – Vorständin Vertrieb und Marketing der Versicherungskammer Bayern:

Rückblick

Bei meinen zahlreichen Besuchen bei Vertriebspartnern ist mir eines klar geworden: Es herrscht eine sehr große Offenheit für neue Technologien, digitale Kundenschnittstellen und den Einsatz von künstlicher Intelligenz. Wir müssen unsere Vertriebspartner nicht mehr davon überzeugen, bei dieser Entwicklung mitzumachen. Das hat mich positiv überrascht und macht mir Mut für die Zukunft. Zugleich ist es eine Verpflichtung Antworten auf diese neuen Anforderungen zu bieten. Die Unsicherheit in dynamischen Zeiten wie diesen, führt zum Glück nicht dazu, dass wir Investitionen in die Zukunft schieben. Sowohl unsere Vertriebspartner als auch wir als Konzern Versicherungskammer investieren in Kunde und Markt. Das sind gute Nachrichten.

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Ausblick

Wir möchten nach vorne das Zusammenspiel stationärer und digitaler Kanäle noch stärker in Einklang bringen. Dazu etablieren wir verstärkt hybride Beratungs- und Serviceangebote für unsere Kunden – stets im Einklang zu unserer bestehenden Vertriebsstruktur. Die Frage „Wem gehört der Kunde?“ muss in den Hintergrund treten und ersetzt werden durch „Was erwartet der Kunde von uns?“. Diese neuen Strukturen müssen im Gleichschritt mit einer neuen Leadership-Kultur sein. Growth-Mindset und Antifragilität sind entscheidende Kompetenzen für ein zukunftsfestes Führungsteam, das diesen Wandel gestaltet.