Lange Zeit haftete dem Versicherungswesen ein Klischee von trockenen Beratungsgesprächen und langweiliger Papierarbeit an. Doch diese Zeiten sind vorbei. Große Versicherer bedienen sich bereits an innovativen 3D-Lösungen, mit denen sie nicht nur ihr Image auffrischen, sondern auch Mitarbeiter-Schulungen, Meetings und die Endkunden-Erfahrung um eine Dimension erweitern können.

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Was können Metaverse-Lösungen?

Das Metaverse ist mehr als eine Spielerei der großen Tech-Milliardäre. Es gibt bereits heute in vielen Branchen konkrete Anwendungsfälle, die weit über reine Unterhaltung hinausgehen. Dabei bezeichnet das Metaverse einen digitalen, dreidimensionalen Raum, analog zum World Wide Web, wie wir es heute kennen, in dem Nutzer*innen miteinander und mit statischen Inhalten interagieren. Im Versicherungswesen beispielsweise dienen Metaverse-Lösungen der Kundeninteraktion und Schulungsmethoden. Der Vorteil gegenüber bisherigen Methoden entsteht hier durch die räumliche Wahrnehmung, mit der Inhalte lebendiger gestaltet werden können, um so einen tieferen Eindruck zu hinterlassen und die Bindung zwischen Versicherern und Kunden zu stärken. Dabei erfordern moderne Metaverse-Plattformen keine teuren VR- oder 3D-Headsets, sondern sind direkt im Browser und auf nahezu jedem internetfähigen Gerät verfügbar.

Wie bei jeder Softwarelösung ist gerade für das Versicherungswesen der Datenschutzaspekt von hoher Bedeutung. Softwareanbieter aus Deutschland, deren Rechenzentren ebenfalls im Inland stehen, sind daher für diese Branche zu bevorzugen.

Mitarbeitenden-Schulungen im virtuellen Raum

Die eher trockene Lektüre von Gesetzestexten und Regulierungen ist sicherlich niemandes Lieblingsteil der Arbeit im Versicherungswesen. Metaverse-Lösungen knüpfen eben hier an und aktivieren mithilfe von virtuellen Lernpfaden das räumliche Erinnerungsvermögen – und machen gleichzeitig komplexe Inhalte greifbar. Man stelle sich eine virtuelle Wohnung vor, die den Lernpfad für eine Hausratversicherung bildet. Statt Paragraphen zu wälzen, erkunden die Lernenden die Wohnung, wobei jeder Raum und jedes Möbelstück Kontext und relevante Informationen bietet. Dieser Ansatz wird oft mit Quizzes zwischen verschiedenen räumlichen Stationen verbunden, um das Gelernte zu vertiefen und den Lernerfolg zu überprüfen.

Virtuelle Meetings, die Eindruck schinden

Spätestens seit der COVID-19-Pandemie wünschen sich viele Mitarbeitende aller Branchen eine persönlichere Kommunikationsform als eine Reihe an Webcam-Kacheln im Zoom-Fenster. Gleichzeitig sind die Vorteile von Remote- und Online-Angeboten nicht zu leugnen. Virtuelle Meetings verbinden das Beste aus beiden Welten, denn schon eine simulierte physische Position neben anderen Menschen (bzw. ihrer Avatare, also ihren virtuellen Stellvertretern) erhöht das Engagement der Teilnehmenden. Das lässt sich zum Beispiel an den merklich gestiegenen Teilnahmequoten von All-Hands-Meetings feststellen, die vom Video- zum 3D-Format übergehen.

Kundenservice neu gedacht

Der digitale Raum erweitert die Kundenbeziehungen für Versicherer nicht nur um eine weitere Dimension, sondern bietet auch völlig neue Möglichkeiten, um Kunden abzuholen. Man stelle sich die zuvor erwähnte virtuelle Wohnung vor, die zu einer Hausratversicherung aufklärt – diese räumliche Navigation ist auch für Endkunden umsetzbar. Hinzu kommen räumlich platzierte Möglichkeiten, einen KI-Chatbot aufzurufen, der anhand der Nutzerfragen zu den entsprechenden Stationen in der Wohnung navigiert und Fragen beantwortet, ein Gespräch mit einer menschlichen Beraterin im virtuellen Raum plant oder die Umgebung verändert.

Ein Beispiel: Möchte ich einem Kunden die Vorteile einer Zusatzversicherung gegen Brandschäden nahelegen, kann ich nüchtern beschreiben, dass ein Feuer innerhalb von wenigen Sekunden ausbrechen und ein ganzes Zimmer erfassen kann. Oder aber ich aktiviere eine Brand-Animation, die dieses Ereignis in 3D erlebbar macht und den Kunden-Avatar umkreist. Das erweckt – entgegen aller Skepsis – tatsächlich einen bemerkbaren Eindruck, der sich auch in Vertragsunterzeichnungen widerspiegelt.

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Fazit: Spielerischer Ansatz, doch weit mehr als eine Spielerei

Die Rahmenbedingungen für die Versicherungsbranche ändern sich dramatisch, während die digitale Transformation die Industrie vor einige Herausforderungen stellt. Neue Geschäftsmodelle und demographische Entwicklungen spielen dabei eine entscheidende Rolle, veränderte Risikolandschaften erhöhen den Druck auf traditionelle Ansätze. Doch in diesen Veränderungen liegen auch Chancen und Potenziale: Die Branche hat die Möglichkeit, Altlasten abzulegen und durch Erneuerungen besser zu werden. 3D-Lösungen im Versicherungswesen sind dabei weit entfernt von einer kurzlebigen Modeerscheinung. Sie haben das Potenzial, die Qualität von internen Schulungen, das Employer Branding und die Kundenbindung durch ihre räumliche und emotionale Komponente erheblich zu steigern. Damit verabschieden wir uns vom verstaubten Image und begrüßen eine neue, dynamischere Ära im Versicherungswesen.