Das Geschäftsjahr 2019 war für die Lebensversicherer ein durchwachsenes. Erneut mussten sie einen deutlichen Vertragsschwund verbuchen: der Bestand in der Lebensversicherung, bei Pensionskassen und Pensionsfonds sank um etwa ein Prozent bzw. 600.000 Verträge, wie aus Zahlen des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) hervorgeht. Der Schwund konnte aber durch ein beachtliches Wachstum im Neugeschäft ausgeglichen werden: Dieses legte um 5,4 Prozent bzw. 5,2 Millionen Verträge zu. Auf die Daten macht aktuell die V.E.R.S. Leipzig GmbH aufmerksam.

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Beitragswachstum dank Einmalbeitrag

Trotz sinkender Verträge konnte somit die Branche ein Bruttowachstum bei den Beitragseinnahmen verzeichnen: Lebensversicherer, Pensionsfonds und -kassen sammelten Beiträge im Wert von 103 Milliarden Euro ein. Auch das bedeutet ein deutliches Plus von 11,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Es zeichnet sich aber ab, dass die Anbieter zunehmend vom Einmalbeitrag abhängig sind: Er trug stolze 36,9 Prozent bzw. 38 Milliarden Euro zum Neugeschäft bei. Dem entgegen stagnierte das Geschäft gegen laufenden Beitrag (+0,1 Prozent).

Unumstritten ist der Einmalbeitrags-Trend nicht, im Gegenteil. Diese Policen funktionieren wie Sparverträge. Sie sind in der Regel jederzeit kündbar, während Kunden gegen laufenden Beitrag ein festes Ablaufdatum haben. Das kann für Versicherer ernste Probleme mit sich bringen. Kommt es zu Massenkündigungen, können Liquiditätsengpässe der betroffenen Anbieter die Folge sein. Auch besteht der Verdacht, dass diese Verträge durch langjährige Versicherte mit laufendem Beitrag quersubventioniert werden.

Ebenfalls deutlich gestiegen sind die Leistungen der Lebensversicherer. Einschließlich ausgezahlter Überschüsse und vorzeitig erbrachter Leistungen schütteten sie 84,5 Milliarden Euro aus, ein Zuwachs von 7,4 Prozent. Das bedeutet, pro Tag werden rund 232 Millionen Euro ausgezahlt.

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Starke Konzentration des Geschäfts

Beim Blick auf einzelne Anbieter fällt auf, dass ein Versicherer stark den deutschen Markt dominiert: Die Allianz Leben erreichte nach Bruttobeitrag zum Jahresende einen Marktanteil von 29,26 Prozent. Damit konnte die Stuttgarter Tochter von Deutschlands größtem Versicherer ihren Vorsprung sogar noch ausbauen, nachdem man im Vorjahr 23,35 Prozent des Marktes auf sich vereinte. Das geht aus einer Analyse des Kölner Instituts für Versicherungsinformation und Wirtschaftsdienste (KIVI) hervor. Dem entgegen ist bei allen anderen Leben-Anbietern in der Top 10 der Marktanteil gesunken - mit Ausnahme der R+V, die ihren Anteil von 5,77 Prozent auf 6,03 Prozent steigern konnte.

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