Versicherungsbote: Können Sie kurz erklären: Was ist die Idee hinter sogenannten Superpools? Wollen Sie Marktmacht gewinnen – und auch Ihre Verhandlungsbasis gegenüber Versicherungen stärken?

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Sven Burkart: Die Digitalisierung bietet uns und unseren Maklern riesige Chancen. Dazu müssen wir diese aber erstmal bewältigen. Die Wahrheit ist die, dass es kein Makler und selbst kein Pool unserer Größenordnung allein mit amerikanischen oder chinesischen Digital-Giganten aufnehmen kann. Viele lamentieren noch darüber, ob Amazon oder ein chinesischer Versicherer wie PingAn jemals in den deutschen Markt gehen werden. Doch macht man sich klar, dass das Versicherungsgeschäft nichts anderes ist als ein Geschäft mit Daten, schreit es förmlich nach deren Markteintritt. Aber selbst, wenn keiner kommt: Die großen Versicherungskonzerne wie Axa oder Allianz setzen heute schon im Vergleich zu uns gigantische Mittel ein, um in die Digitalisierung ihrer Prozesse zu investieren. Mit den Möglichkeiten wird die Versuchung wachsen, den klassischen Vertrieb auszuschalten. Wenn wir es schaffen, schneller zu sein, wird das unsere Umsatzmöglichkeiten und unsere Ertragslage deutlich verbessern. Wir haben die Chance, hier einiges für unsere Makler zu tun. Das können wir gemeinsam mit anderen einfacher schaffen. Wir beginnen heute, Kräfte zu bündeln. Das ist es, was wir mit der Idee des Superpools verbinden.

Sven Burkart ist Geschäftsführer des Maklerpools WIFO.wifo.com

Welchen Nutzen haben Sie persönlich davon, sich solch einem Superpool anzuschließen?

Als erstes profitieren unsere Partner von der aktuell besten im Markt verfügbaren Technik. Allein das bringt uns schon einen enormen Vorteil, denn es macht uns enorm attraktiv für unsere Makler, während wir gleichzeitig eine Menge Geld sparen. Wir können mit Hilfe unserer Superpool-Partner einen viel größeren Hebel einsetzen als bisher. Wifo wird zu dem Nummer-eins-Gewerbe- und Biometriespezialisten. Zusammen mit blau direkt entsteht im Gewerbebereich der wahrscheinlich umsatzstärkste Pool in Deutschland. Das ist für uns eine tolle Chance und unser Beitrag zum Superpool. Des Weiteren werden wir über diese Gemeinschaft ein weiteres Zeichen im Bereich unserer „digitalen bAV-Abwicklung“ – gemeinsam mit dem Digitalspezialisten dWerk – setzen. Schließlich kommen dann auch alle Super-Pool-Mitglieder in den Genuss dieser einzigartigen Software.

Die Anbieter im Superpool sollen zusammenarbeiten, aber ihre rechtliche Unabhängigkeit bewahren. Können Sie einen kurzen Einblick geben, wie die Zusammenarbeit zwischen den einzelnen Pools aussieht?

An unseren Eigentumsverhältnissen ändert sich nichts. Auch unser Management bleibt zu 100 Prozent wie bisher besetzt. Unsere Maklerpartner behalten Wifo als Ansprechpartner und unverändert die volle Hoheit über ihre Bestände. Die ganze Zusammenarbeit innerhalb des Superpools beruht auf Arbeitsteilung. Diese wird über gut ausgearbeitete Verträge organisiert. Das ist ein tolles Modell, weil man die Zusammenarbeit dort Schritt für Schritt intensivieren kann, wo sie gut funktioniert. Ebenso können wir nachbessern, wo sie sich für einen der Partner weniger vorteilhaft entwickelt. Am Ende kommt es immer darauf an, dass man zusammenarbeiten will. Das bedingt von beiden Seiten Kompromisse. Doch das ist leichter, als man denkt. Wenn es sich gut rechnet – und das tut es immer, wenn man Stärken ohne Eitelkeiten bündelt –, sind die Vorteile bindender, als jedes Abhängigkeitsverhältnis es je könnte.

Müssen Versicherungsmakler bei allen Pool-Mitgliedern angeschlossen sein, um von den Strukturen des Superpools profitieren zu können? Oder ist es gerade die Idee, dass dies nicht notwendig ist?

Nein. Jeder Makler kann sich den Partner wählen, dem er sich am „nähesten“ fühlt und kann dennoch die wichtigsten Vorteile aller Pools im Verbund nutzen. Als Wifo werden wir alles geben, damit unsere Partner uns weiterhin ihr Vertrauen schenken. Wir wollen sogar noch wach- sen. Mit unseren neuen Möglichkeiten wollen wir noch mehr Makler für Wifo begeistern als bisher.

Befürchten Sie denn überhaupt keine Kannibalisierungseffekte untereinander?

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Eine Kooperation funktioniert auf Dauer nur, wenn sie allen Vorteile beschert. Jeder in der Poolgemeinschaft weiß das. Wenn solche Effekte auftreten, werden alle mithelfen – um so nachzujustieren, dass wir das vermeiden oder zumindest eine ökonomische Kompensation anbieten.