Versicherungsbote: Bei der Branchenmesse DKM haben Sie gemeinsam mit Schauspieler und Allianz-Pflegebotschafter Dieter Hallervorden über das Thema Pflegevorsorge gesprochen. Sind die Deutschen aus Ihrer Sicht gut auf das Thema Pflegebedürftigkeit und ihre Folgen vorbereitet?

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Daniel Bahr: Sie sind zu wenig vorbereitet und das, obwohl das Thema präsent ist. Nahezu jeder hat schon einmal einen Pflegefall im Umfeld erlebt und viele werden damit – oft auch über lange Zeit – konfrontiert. Dennoch haben die wenigsten eine ausreichende Vorsorge in Form einer Pflegezusatzversicherung. Statistisch betrachtet wird jeder zweite Mann im Laufe seines Lebens pflegebedürftig, bei Frauen sind es sogar drei von vier. Das zeigt: Vorsorge ist notwendig.

Paradox: Laut Allensbach-Umfrage wissen 78 Prozent der Deutschen, dass der gesetzliche Pflegeschutz im Ernstfall nicht ausreicht, sechs von zehn Befragten halten eine Zusatzvorsorge für wichtig. Dennoch ist die private Pflegezusatzversicherung ein absolutes Nischenprodukt. Haben Sie eine Erklärung hierfür?

Pflege ist ein Thema, das auch mit dem Ende des Lebens zu tun hat. Und gerade im jüngeren oder mittleren Alter denkt man oft, dass man das später noch entscheiden könne. Dass das teurer wird und falsch ist, weiß jeder, der rechnen kann. Das beobachten wir nicht nur bei der Pflege, sondern auch bei der Berufsunfähigkeitsversicherung und der Altersvorsorge.

Wir haben bei der Pflege aber auch eine Diskrepanz zwischen Vermittler- und Kundensicht: Nur 17 Prozent der Vermittler geben in Umfragen an, dass ihre Kunden eine Pflegezusatzversicherung bräuchten. Ich glaube daher, dass wir als Versicherungen eine große gesellschaftliche Aufgabe haben, das Thema anzusprechen.

Mein persönlicher Eindruck: Kampagnen zu Kfz-Versicherung und zur Altersvorsorge werden weit häufiger von Versicherern platziert als Kampagnen zu Pflegezusatz-Policen. Wie ist Ihrer? Und haben Sie hierfür eine Erklärung?


Auch hier ist wahrscheinlich der einfache Grund, dass Pflege als „Werbe-Thema“ erstmal abschreckt. Oft ist die Werbung so angelegt, dass sie Angst macht. Menschen kollabieren, werden mit Blaulicht ins Krankenhaus gebracht und sitzen später im Rollstuhl. Anschließend kommt der Hinweis auf die Pflegezusatzversicherung. Wenn ich weiß, dass das die Leute eine Sache verdrängen und aufschieben, dann animiert so etwas kaum. Das haben wir bei unserer Kampagne bewusst anders gemacht. Man kann auch ein ernstes Thema wie die Pflege locker und mit Humor ansprechen.

Die Allianz-Pflegekampagne mit Dieter Hallervorden unterschied sich von anderen Werbekampagnen vieler Versicherer: witziger, teils greller, ohne Scheu vor Boulevard. Muss die Versicherungsbranche auch eine neue Ansprache und neue Wege finden, um auf das Pflegerisiko aufmerksam zu machen?

Absolut - und dabei geht es auch darum, unsere Vertriebspartner zu mobilisieren. Wir wissen aber auch, dass das Zeit braucht. Da gibt es Berater, die haben vielleicht Hemmungen und ebenso welche, die andere Schwerpunkte haben. Im umfassenden Beratungsprogramm der Allianz ist das Thema Pflege deshalb ein wichtiger Baustein. Denn letztlich wollen wir unsere Vertriebspartner dazu bringen, bei ihren Kunden Pflege in möglichst vielen Fällen anzusprechen. Auch in ganz anderen Zusammenhängen, etwa bei der Baufinanzierung oder der privaten Altersvorsorge. Viele Kunden wissen zum Beispiel auch nicht, dass die Pflegepflichtversicherung – ob privat oder gesetzlich – nur eine Teilkostenabsicherung ist. Da braucht es Beratung und Kompetenz. Dazu ein einfaches, transparentes Produkt. Auch das bringt die Vermittler und Kunden dazu, sich mit der Pflegevorsorge zu beschäftigen.

Schlussendlich geht es bei der Pflege doch immer um Problemlösungen. Auch da sind wir als Versicherer gefragt, neu zu denken. Wenn Menschen pflegebedürftig werden, wollen sie vor allem eines: möglichst eigenständig bleiben, selbst über ihr Leben bestimmen. Dazu gehört, finanziell unabhängig zu sein. Diesen finanziellen Aspekt decken wir sehr gut über unsere Produkte, wie etwa unser PflegetagegeldBest, ab. Es ist flexibel und leistungsstark und das Geld steht Kunden im Pflegefall zur freien Verfügung: Sie können es für die Dinge einsetzen, die ihnen persönlich wichtig sind, egal, ob es um die Anstellung einer Haushaltshilfe oder den Umbau im Treppenhaus geht.

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Neben dem Finanziellen spielt aber die Unterstützung im Alltag, die Organisation des Lebens im Pflegefall, eine immer größere Rolle. Wie finde ich die passende Pflegekraft? Wer organisiert die Hilfsmittel? Wer kommt zu mir nach Hause und prüft, ob ich dort noch wohnen kann, organisiert Hilfe beim Einkauf, im Haushalt oder psychologische Unterstützung? Um all diese Dinge muss sich jemand kümmern. Gleichzeitig wollen oder können die meisten Menschen ihren Angehörigen damit nicht zur Last fallen. Als Allianz Private Krankenversicherung nehmen wir unseren Kunden daher auch Organisationsaufgaben wie diese ab. Wir verstehen uns hier als Partner, der sie ein Leben lang begleitet, der mehr als ein Kostenerstatter ist. Dazu arbeiten wir mit den Pflege-Experten von WDS Care zusammen und haben deren umfassende Assistance-Services in unser PflegetagegeldBest eingeschlossen. Besonders wertvoll für unsere Kunden ist dabei, dass sie diese Services auch dann schon nutzen können, wenn sie selbst noch gar keine Pflege brauchen, aber ein Familienmitglied unterstützen möchten. Dieser Mehrwert macht unsere Pflegeabsicherung auch für jüngere Menschen interessant, deren Eltern gerade in ein Alter kommen, in dem Pflege zum Thema wird.