In Deutschland wurden 2019 rund 155.000 versicherte Räder geklaut: 5.000 weniger als im Vorjahr (-3,13 Prozent). Das berichtet der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) am Mittwoch.

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Im Schnitt 720 Euro Entschädigung pro Rad

Besonders beliebt seien bei den Dieben teure Velos. So steigen die durchschnittlichen Zahlungen pro versichertem Rad seit Jahren stark an. Im Schnitt zahlten Versicherer 720 Euro pro gestohlenem Bike - so viel wie nie zuvor (Vorjahr: 650 Euro). Vor zehn Jahren betrug die Entschädigung für ein gestohlenes Rad im Schnitt 410 Euro, 2019 waren es 75 Prozent mehr.

Ein Grund für die steigenden Schadenskosten dürfte die zunehmende Beliebtheit von E-Bikes sein. 2019 sind in Deutschland 1,36 Millionen Elektrofahrräder abgesetzt worden, berichtet der Zweirad-Industrie-Verband (ZIV). Das ist gegenüber dem Vorjahr ein Anstieg um 39 Prozent (2018: 980.000). Fast jedes dritte verkaufte Rad in Deutschland war damit 2019 ein E-Bike.

Viele Fahrräder nicht versichert

Doch nicht jedes gestohlene Rad ist auch versichert. So ist die Zahl der insgesamt gestohlenen Räder noch einmal deutlich höher. Laut Polizeilicher Kriminalstatistik (PKS) kamen 2019 rund 278.000 - versicherte und nicht versicherte - Fahrräder abhanden. Auch das ist eine erfreuliche Zahl, weil ein Rückgang um fünf Prozent gegenüber dem Vorjahr. Dennoch bedeutet dies, dass pro Stunde im Schnitt 32 Räder geklaut werden: bei einer hohen Dunkelziffer, da nicht jeder Diebstahl angezeigt wird.

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Die Hausratversicherung übernimmt den Schaden, wenn ein Fahrrad aus verschlossenen Abstellräumen, Kellern oder Wohnungen gestohlen wird. Geklaut wird jedoch meist auf offener Straße. Dagegen kann man sich mit einer Zusatzklausel in der Hausratpolice oder einer extra Fahrradversicherung versichern. Von den gut 26 Millionen Hausrat-Policen haben laut GDV 47 Prozent die Fahrradklausel eingeschlossen.