Anhänger ist nicht gleich Anhänger: Ob beispielsweise offene Bauweise, Koffersystem, Viehanhänger, Bootstrailer oder Wohnwagenanhänger – es gibt zahlreiche verschiedene Transportmöglichkeiten. Auch versicherungstechnisch sind diese Unterschiede relevant. Ebenso ist der geplante Einsatz entscheidend. Denn ob der Anhänger privat oder gewerblich genutzt wird, wirkt sich ebenso auf die Versicherungspolice aus.

Anzeige  

 

Angele Bezler ist Abteilungsdirektorin Kfz-Vertrag bei der Württembergischen Gemeindeversicherung a. G.WGVÄhnlich wie bei der KFZ-Versicherung gibt es auch für Anhänger einen Versicherungsschutz in der Haftpflicht-, Teil- und Vollkaskoversicherung. Und genau hier unterscheiden sich gute von schlechten Versicherungsangeboten: Eine gute Anhängerversicherung sollte die gesetzlich vorgeschriebene Haftpflichtversicherung mit einer Versicherungssumme von 100 Millionen Euro je Schadenfall bei Personen-, Sach- und Vermögensschäden beinhalten. Bei Personenschäden ist dabei zu beachten, dass bis zu 15 Millionen Euro pro geschädigte Person vereinbart sind. Mittlerweile decken viele Versicherer auch grob fahrlässiges Handeln ab. Ihrer auch? Unser Tipp: Prüfen sie insbesondere bei alten Verträgen den Versicherungsumfang und lassen Sie ihn gegebenenfalls auf die aktuellsten Bedingungen umstellen.

Für neue Anhänger oder Anhänger in gutem Zustand empfehlen wir eine Teil- oder Vollkaskoversicherung, um umfassend abgesichert zu sein. Hier lohnt sich genauso der Blick ins Kleingedruckte der Bedingungen: Welche fest mit dem Fahrzeug verbauten Teile sind mitversichert? Wie sieht es beispielsweise beim Wohnwagenanhänger mit Vorzelt und Markise aus? Eine gute Anhängerversicherung sollte diese Teile mitversichern.

Häufig passieren Schäden, wenn der Anhänger ohne das Zugfahrzeug abgestellt wird und die Bremse nicht vollständig angezogen ist. So kann der Anhänger beispielsweise auf fremde Fahrzeuge rollen und diese beschädigen. Dann übernimmt die Haftpflichtversicherung des Anhängers den Schaden am fremden Fahrzeug. Den Schaden am eigenen Anhänger übernimmt die Haftpflichtversicherung jedoch nicht – eine Vollkaskoversicherung würde diesen jedoch bezahlen. Auch beim Zugfahrzeug ist der passende Versicherungsschutz wichtig. Die Vollkaskoversicherung für das Zugfahrzeug sollte eine sogenannte Schlingerdeckung enthalten, um auch bei Schäden zwischen Zugfahrzeug und Anhänger ohne Einwirkung von außen abgesichert zu sein. Diese Schäden können beispielsweise beim Fahren über Bodenwellen oder beim Rangieren passieren.

Anzeige  

 

Ein zusätzliches Kriterium für die Wahl des Versicherers können oft auch bereits bestehende Policen sein. Viele Versicherer nehmen Anhänger nur dann an, wenn das ziehende Fahrzeug auch bei ihnen versichert ist. Diese Einschränkung indes gibt es bei der WGV beispielsweise nicht. Es gibt also einiges beim Abschluss einer Anhängerversicherung zu beachten. Daher empfehlen wir Ihnen, mit den Anbietern ihre Situation genau zu besprechen, um das passende Versicherungspaket zu finden und Einsparungspotentiale zu erkennen. Die Gegebenheiten und Bedürfnisse sind oft sehr vielfältig. Und so lohnt es sich, Preis und Leistung der Tarife zu vergleichen und das richtige Angebot für Ihre Konstellation auswählen.