Gute Nachrichten sind in aktuellen Coronakrise-Zeiten gern gesehen: Und eine solche hat Gundula Roßbach, Präsidentin der Deutschen Rentenversicherung. Demnach erwarte die Rentenkasse aktuell keinen Einbruch der Beitragseinnahmen durch die Kontaktsperre und den Lockdown vieler Betriebe. „Im Moment erwarte ich, dass das Minus überschaubar ist“, sagte Roßbach dem „Tagesspiegel“ (Sonntag).

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Ein Grund für vergleichsweise stabile Einnahmen ist, dass die Bundesagentur für Arbeit weiter Beiträge in die Rentenkasse einzahlt, wenn Beschäftigte in Kurzarbeit geschickt werden - oder sogar arbeitslos. Zudem gehe die Rentenkasse mit einer Nachhaltigkeitsrücklage von 40 Milliarden Euro „finanziell gut ausgestattet in die Krise“, wie Roßbach dem Berliner Blatt verriet. Folglich müssten sich gesetzlich versicherte Ruheständler aktuell auch keine Sorgen machen, dass die Rente nicht gezahlt werden könne: „Die Auszahlung der Renten ist gesichert.“

Minusrunden gesetzlich ausgeschlossen

Auch eine Kürzung der Altersbezüge müssten Rentner zum Sommer 2021 nicht befürchten: Minusrunden sind gesetzlich ausgeschlossen. Dennoch will Roßbach keine genaue Prognose wagen, wie sich die Coronakrise auf die gesetzliche Rentenversicherung auswirke.

„Im Moment können wir nicht seriös vorhersagen, wie die Entwicklung läuft“, sagt sie dem „Tagesspiegel“. Das sei abhängig davon, wie lange die Krise dauere, wie viele Menschen längere Zeit in Kurzarbeit und Arbeitslosigkeit feststeckten und wie sich die Tariflöhne entwickeln. Die Höhe der Renten orientiert sich daran, wie sich die Bruttolöhne entwickeln.

Damit die Renten pünktlich gezahlt werden können, können nicht alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Rentenversicherungs-Träger im Homeoffice arbeiten, wie Roßbach weiter berichtet. Die Arbeitszeiten wurden deshalb in den Büros sogar ausgeweitet, damit ausreichend Abstand gewahrt werden kann. Die Arbeitszeiten erstrecken sich von 04:00 Uhr in der Früh bis 21:00 Uhr am Abend.

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Die Deutsche Rentenversicherung Bund beschäftigt nach eigenen Angaben aktuell 15.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die sich um rund 23 Millionen Versicherte und fast 10 Millionen Rentnerinnen und Rentner im Inland und Ausland kümmert. Sie wird ergänzt von 15 regionalen Rentenversicherungs-Trägern, die in Selbstverwaltung organisiert sind.