Wie viel haben die deutschen Lebensversicherer im abgelaufenen Geschäftsjahr an ihre privaten Kundinnen und Kunden ausgezahlt? Das wollte der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) wissen und wertete entsprechende Daten aus. Das Ergebnis: Die ausgezahlten Leistungen aus Lebens- und Rentenversicherungen stiegen 2019 um 7,4 Prozent auf rund 84,5 Milliarden Euro. Das entspricht rund 231 Millionen Euro pro Kalendertag.

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Auf laufende Rentenzahlungen aus Haupt- und Zusatzversicherungen entfielen dabei 10,7 Milliarden Euro. Das entspricht einem Plus von rund 3,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr, als 10,3 Milliarden Euro Rente ausgezahlt wurden (siehe Grafik).

Der Anstieg bei den Renten ist auch durch die große Anzahl der abgeschlossenen privaten und betrieblichen Rentenversicherungen begründet, wie der Verband bereits im letzten Jahr kommunizierte. Diese kämen nun zunehmend zur laufenden Auszahlung. Überdies würden vermehrt Leistungen aus Invaliditäts-Policen gezahlt. Insbesondere Berufsunfähigkeits-Policen würden sich dabei bemerkbar machen.

Auch Rückstellungen eingerechnet

Zu beachten ist, dass der GDV bei der Gesamtleistung nicht nur die ausgezahlten Kapital- und Rentenbeträge einrechnet, sondern auch die Rückstellungen für künftige Leistungen. Dabei bezifferten sich im Jahr 2019 allein die gesetzlich vorgeschriebenen Rückstellungen für Beitragsrückerstattungen (RfB) auf 18,8 Milliarden Euro - und übersteigen damit die Höhe der ausgezahlten Renten.

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Der Gesamtbestand der Leistungsverpflichtungen gegenüber Versicherungsnehmern stieg zum 31. Dezember 2019 im Vorjahresvergleich um 5,6 Prozent auf gut 1,07 Billionen Euro, wie der GDV weiter berichtet. Diese Summe entspreche dem Geldvermögen der privaten Haushalte bei Lebensversicherungen. Nicht eingerechnet sind bei diesen Zahlen Leistungen der Pensionskassen und -fonds, die separat erfasst werden.