• 12/2019 – Eine Häufung von schweren Lungenentzündungen mit unklarer Ursache wird in der chinesischen Provinzhauptstadt Wuhan festgestellt.
  • 07.01. – Das „Wuhan-Virus“ wird von chinesischen Virologen als neuartiges Corona-Virus klassifiziert.
  • 28.01. – Erster Krankheitsfall in Deutschland wird in Bayern gemeldet.
  • 08.02. – Ein Bekannter aus Peking schickt mir das Bild einer leeren Autobahn zur Rush Hour.
  • 15.02. – Erster Corona-Toter Europas in Frankreich gemeldet.
  • 26.02. – Ich trete eine lange geplante Asienreise an. Am Ankunftsort tragen alle Atemschutzmasken. Die Einreisekontrolle passiere ich ohne kontrolliert zu werden.
  • Philipp Kanschik

    Philipp Kanschik ist Bereichsleiter für das digitale Maklergeschäft und Nachfolgelösungen bei Policen Direkt.

  • 28.02. – Die WHO schätzt das Gesundheits-Risiko auf globaler Ebene als „sehr hoch“ ein.
  • 03.03. – Zurück in Deutschland ist das Virus mittlerweile beherrschendes Thema in den Medien.
  • 04.03. – Policen Direkt ist Aussteller auf der Roadshow eines Versicherers. Die Veranstaltung findet statt und nahezu alle angemeldeten Teilnehmer kommen. Mitarbeiter von Versicherungskonzernen berichten von angekündigten Reisestopps für die kommende Woche.
  • 05.03. – Ich denke erstmals darüber nach, unsere für dieses Frühjahr geplante Roadshow zur Maklernachfolge abzusagen.
  • 06.03. – Erste Anfragen von Policen Direkt-Mitarbeitern, was das Virus für uns bedeutet und was passiert, falls die Schulen schließen. Die Veranstalter einer digitalen Versicherungsmesse geben bekannt, dass die für übernächste Woche geplante Messe auf jeden Fall stattfinden wird. Begründung: die saisonale Grippe sei wesentlich gefährlicher als COVID-19.
  • 09.03. – Eine Policen Direkt-Mitarbeiterin fliegt nach New York in den Urlaub. Die ersten beiden Corona-Todesfälle in Deutschland werden gemeldet.
  • 10.03. – Erster Corona-Test eines Policen Direkt-Mitarbeiters. Wir bilden eine „Task Force Corona“ im Unternehmen und sagen unsere Roadshow ab. Auch die digitale Versicherungsmesse wird abgesagt. Ich sage eine für den 12.03. geplante Dienstreise ab und verabrede mich zur Video-Konferenz. Das ebenfalls für den 12.03. geplante Euro League-Spiel Frankfurt – Basel soll unter Auflagen mit Publikum stattfinden.
  • 11.03. – Der Test des Mitarbeiters ist negativ. Unsere Task Force versendet einen Corona-Newsletter an die Mitarbeiter. Die WHO erklärt die bisherige Epidemie zur Pandemie. Im Unterschied zur Epidemie ist eine Pandemie örtlich nicht beschränkt. In Italien werden alle Bars und Restaurants geschlossen und alle nicht notwendigen geschäftlichen Aktivitäten eingestellt.
  • 12.03. – Unsere Task Force erarbeitet einen Home-Office-Plan für unsere Frankfurter Zentrale. Die verabredete Videokonferenz funktioniert ohne Probleme und Einschränkungen. Nach langem Hin- und Her wird die Entscheidung getroffen, das Euro League-Spiel Frankfurt – Basel ohne Publikum auszutragen. Die USA verbieten die Einreise aus Europa.
  • 13.03. – Unsere Task Force entscheidet den Home-Office-Plan nach dem Wochenende umzusetzen. Der 26. Spieltag der Bundesliga wird verschoben. Hessen beschließt die Schließung von Schulen und Kindergärten ab nächster Woche. Alle geplanten Messen und Roadshows der Versicherungsbranche sind mittlerweile abgesagt.
  • 14.03. – Die Vereinigten Staaten und Spanien erklären den nationalen Ausnahmezustand. Mehrere deutsche Städte und Regionen folgen dem italienischen Beispiel und schließen Bars und Restaurants.
  • 15.03. – Österreich und Spanien verhängen landesweite Ausgangssperre. Deutschland kündigt an, die Grenzen zu Frankreich, Österreich, Dänemark und der Schweiz zu schließen.
  • Ab 16.03. – Beginn der Umsetzung des Home-Office Plans. Nur eine Minimalbesetzung soll weiterhin ins Policen Direkt-Büro in Frankfurt kommen. Alle anderen Mitarbeiter arbeiten aus dem Home-Office.

Diese Chronik zeigt vor allem die Dynamik einer Krise, in der die Lage jeden Tag neu bewertet werden muss und Gewissheiten von gestern heute schon passé sind. Eines sollte mittlerweile klar sein: bei einer unkontrollierten Ausbreitung des Virus droht unser Gesundheitssystem zu kollabieren. Dies hätte katastrophale Folgen für die Kranken und Schwachen in unserer Gesellschaft.
Wir alle sollten jetzt—im Privaten wie im Geschäftlichen—alles dafür tun, um dies zu verhindern. Als Unternehmen können wir mithilfe von Home-Office und digitalen Mitteln viel dazu beitragen, soziale Kontakte in diesen Zeiten so weit wie möglich zu reduzieren. Wer dazu immer noch nicht bereit ist, hat den Schuss nicht gehört.

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Über den Autor: Philipp Kanschik ist Bereichsleiter für das digitale Maklergeschäft und Nachfolgelösungen bei Policen Direkt. Einerseits ist er promovierter Philosoph, Weltreisender und Gitarrist und andererseits Experte für technologiebasierte Online-Versicherungs-Plattformen sowie Maklerbestandsübernahmen. So wirft er einen ganz eigenen Blick auf die digitalen Herausforderungen der Versicherungsbranche.