Die Versicherer haben beim Geschäft mit Leben-Policen im Jahr 2018 positive Zahlen eingefahren. Nach drei Jahren mit sinkenden Beiträgen konnte im vergangenen Jahr wieder ein leichter Zuwachs gefeiert werden. Um 2,5 Prozent stiegen die Beitragseinnahmen. Dadurch hat die Branche Beitragseinnahmen in Höhe von 88,7 Milliarden Euro einfahren können. Zum Vergleich: 2015 waren es noch 92,7 Milliarden Euro. Die laufenden Beiträge bleiben mit 63 Prozent der größte Teil der Einnahmen. Einmalbeiträge kommen auf 30 Prozent und Zusatzversicherungen machten sieben Prozent der Beiträge aus.

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Inklusive der Pensionskassen und Pensionsfonds haben die Versicherer gebuchte Bruttobeiträge von 92 Milliarden Euro erzielt (Plus 1,5 Prozent). Das geht aus der Broschüre „Die deutsche Lebensversicherung in Zahlen 2019“ des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) hervor.

Doch aus dem schwierigem Fahrwasser ist das Produkt Lebensversicherung noch nicht. Denn der Niedrigzins und die regelmäßige schlechte Presse hinterlassen ihre Spuren. Das zeigt auch der Trend bei der Zahl der Policen. Im Jahr 2018 sank die Zahl der Leben-Verträge um 0,9 Prozent auf 83 Millionen Policen. Mit 46,5 Prozent den größten Anteil daran haben Renten- und Pensionsversicherungen. Klassische Kapitalversicherungen haben einen Anteil von 28 Prozent am Bestand. Weitere 9,2 Prozent fallen auf Risiko-Policen. Immerhin noch 5,2 Prozent der Policen sind Invaliditätsversicherungen.

Weniger neue Verträge

Ebenfalls abwärts ging es für den Neuzugang. Knapp 4,875 Millionen Verträge wurden im vergangenen Jahr abgeschlossen. Die neuen Verträge in 2018 teilten sich auf knapp 3,417 Millionen Verträge mit laufenden Beiträgen und 1,457 Millionen Verträge gegen Einmalbeitrag auf.

Die Zahl der eingelösten Versicherungsscheine sank im Vergleich zum Vorjahr um 0,8 Prozent. Davon waren rund zwei Millionen Verträge eine Renten- und Pensionsversicherungen (Plus 3,1 Prozent). Lediglich rund 462.000 klassische Leben-Policen wurden abgeschlossen (Minus 0,9 Prozent). Während die Zahl der Risikoversicherungen um 4,2 Prozent auf 9,6 Prozent fiel, legten Invaliditäts-Policen um zwei Prozent zu und hatten damit einen Anteil von acht Prozent am Neuzugang. Restschuld-Versicherungen und Lebensversicherungen ohne Überschussbeteiligung steigerten sich um 3,6 Prozent und haben nun einen Anteil von 24 Prozent am Neuzugang. Das sind immerhin rund 1,17 Millionen Verträge. Den größten Sprung beim Neugeschäft machten Pflege-Policen. Diese legten um 36,4 Prozent zu. Der Neuzugang ist mit 26.586 Policen jedoch überschaubar.

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Lebensversicherer haben mehr Leistungen ausgezahlt

Die ausgezahlten Leistungen der Leben-Anbieter stiegen 2018 auf 78,8 Milliarden Euro. Das bedeutet ein sattes Plus von 2,5 Prozent. Positiv entwickelte sich der Kapitalanlagenbestand der Versicherer, der erstmals die Rekordmarke von mehr als eine Billion Euro knackte. Demnach wuchs der Kapitalanlagenbestand im abgelaufenen Jahr um drei Prozent auf 933 Milliarden Euro. Hinzu kamen noch rund 103 Milliarden Euro an Kapitalanlagen für fondsgebundene Policen.