Auch Markus Faulhaber erklärt im Interview mit der Börsen-Zeitung noch einmal den Grundgedanken des Hoffnungsträgers. "Wir wissen, dass die Biographien der jüngeren Generation nicht mehr so stabil sind wie die meiner Generation. Sie haben andere Vorstellungen, ihr Leben zu gestalten, und wollen sich nicht mehr 30 Jahre lang binden", so der 65jährige. Deshalb könne der Kunde "beliebig Geld einzahlen und entnehmen". Weil der Kunde wisse, dass er Geld entnehmen könne, "wird er eher einzahlen. Am Ende wird er auf diese Weise mehr Geld sparen als bei konventionellen Produkten", argumentiert Faulhaber.

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Zudem könne der Kunde das Produkt über ein digitales Online-Portal komplett selbst verwalten, hebt der Allianz-Vorstand hervor. Zu der Kritik an den hohen Kosten des Vertrages passt nicht ganz, dass er explizit die niedrigen Verwaltungskosten hervorhebt. Diese würden mit 0,9 Prozent deutlich unter dem Marktschnitt liegen und sollen weiter sinken. Hier stellt sich die Frage, warum dem Kunden dann trotzdem derart hohe Beträge in Rechnung gestellt werden.

Allianz ist unangefochtener Marktführer

Um "Fourmore" weiter zu pushen, denkt die Allianz darüber nach, weitere Angebote mit dem Rentenvertrag zu verbinden, erklärt Faulhaber weiter: etwa mit dem Parkdepot der Allianz, das vom Versicherer als Alternative zum Festgeld beworben wird, oder mit Instant-Payment-Prozessen. Eine strategische Entscheidung hierzu sei aber noch nicht gefallen. Fourmore sei von Beginn an als hybrides Produkt angelegt gewesen, das es erlaube alle Vertriebswege einzubeziehen: auch, weil selbst bei einfachen Produkten wie der Risikolebensversicherung noch immer 90 Prozent der Allianz-Kunden eine persönliche Beratung wünschen würden.

Mit Blick auf die gesamte Leben-Sparte müssen sich die Stuttgarter aktuell wenig Sorgen machen. Die Allianz ist in Deutschland unangefochtener Marktführer, quasi der Babo unter den Versicherern. Der Marktanteil nach Bruttobeiträgen lag zum Ende abgelaufenen Geschäftsjahres bei 24,5 Prozent, wie Faulhaber bestätigt: Fast jeder vierte Euro, den Deutsche in der Lebensversicherung zahlen, geht an die Allianz.

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Entgegen dem Branchentrend zeigt auch das Neugeschäft des Versicherers ein beachtliches Wachstum. Die Beitragseinnahmen in der Lebensversicherung legten 2018 um 6,6 Prozent auf 22,5 (21,1) Milliarden Euro zu, während bei vielen anderen Versicherern aktuell eher Geschäft wegbricht. Das Neugeschäft der Allianz Leben wuchs um 10,7 Prozent: auch das war Branchenrekord in Deutschland.

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