Anlass zur Entwarnung gibt es mit Blick auf Naturgefahren aber nicht. Speziell in Europa wurden die Menschen mit teils sehr teuren und folgenreichen Katastrophen konfrontiert, die vor allem auf Stürme und Kältewellen zurückzuführen waren. Bis weit in den März hinein traten Winterunwetter auf. Insgesamt betrugen die Winterschäden in Europa 3,9 Milliarden Euro bzw. 4,8 Milliarden US-Dollar. Auch kamen im ersten Halbjahr rund 3.000 Menschen bei Naturkatastrophen ums Leben (Vorjahr 5.540).

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Friederike treibt die Kosten

Schadenträchtigstes Ereignis war Wintersturm Friederike, der Mitte Januar mit Windgeschwindigkeiten bis zu 150 km/h im Flachland und 200 km/h in den Bergen über Großbritannien, Nordfrankreich, die Beneluxländer und Deutschland hinweg zog. Der Sturm beschädigte nicht nur tausende Autos und Häuser, sondern legte in Deutschland auch fast den kompletten Zugverkehr lahm. Der Gesamtschaden betrug 2,2 Milliarden Euro, wobei 1,7 Milliarden Euro an Schäden versichert waren. Etwa zwei Drittel der Schäden entfielen auf Deutschland.

Kosten von Naturkatastrophen im ersten Halbjahr 2018, vorläufige Zahlen. Quelle: Munich Re

Wenige Wochen vor Friederike hatte in Europa bereits Wintersturm Eleanor gewütet und Schäden nahe der Milliardengrenze verursacht. In Deutschland war Eleanor auch unter dem Namen „Burglind“ bekannt. Aber auch Nordamerika wurde von mehreren schweren Schneestürmen heimgesucht, Nor’easter“ genannt. Schwerwiegendstes Ereignis war ein Blizzard in der ersten Märzwoche mit Gesamtschäden von 2,2 Milliarden US-Dollar.

Zweite Jahreshälfte oft teurer

Trotz der positiven Zahlen bleibt der weitere Verlauf des Jahres abzuwarten. So entpuppte sich auch in den letzten Jahren die zweite Jahreshälfte als besonders kostenintensiv: Dann ist Hurrikan-Saison in Nordamerika und der Karibik. 2017 traten die verheerenden Stürme Harvey, Irma und Maria ebenfalls im zweiten Halbjahr auf und verursachten Schäden im Umfang von 300 Milliarden Dollar, was knapp 256 Milliarden Euro entspricht.

Auch machen den Versicherern aktuell weitere Wetterextreme in Europa zu schaffen. Im Süden und Westen Deutschlands sowie in Frankreich bildeten sich im Mai und Anfang Juni in feuchtwarmen Luftmassen Serien von sehr langsam ziehenden Gewittern, die vielerorts Sturzfluten auslösten. Der Schaden bezifferte sich auf 1,6 Milliarden Euro, wovon die Versicherer gut 900 Millionen Euro erstatteten. Während bei Schäden durch Sturm oder Hagel der größte Teil von Versicherern getragen wird, liegt der versicherte Anteil bei Sturzflutschäden meist deutlich unter 50 Prozent, berichtet Munich Re.

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Schon kündigen sich die nächsten Katastrophen an - wenn auch schleichend. In Ostdeutschland hat es seit Wochen nicht geregnet, die Bauern erleben eine der schlimmsten Trockenperioden seit Jahrzehnten. In vielen Bundesländern rechnen Landwirte mit dem Totalausfall ihrer Ernte, so berichtet der Deutsche Bauernverband (DBV), vor allem bei Getreide und Raps. Die Schadenssumme dürfte erneut in die Milliarden gehen.

mit Pressematerial Munich Re