“Fies, fieser, Prisma Life“ - so ist ein Pressetext der Marktwächter Finanzen überschrieben, in dem die Verbraucherorganisation offen vor den Produkten der Liechtensteiner warnt. Grund ist, dass ein gegen Honorar beratender Vertrieb, die Afa AG aus Cottbus, für die Policen ein Abschlusshonorar verlangt, das doppelt so hoch ist wie die Abschlussvergütung im Marktschnitt. „Unser Rat: Lassen Sie besser die Finger von den Produkten dieses Anbieters“, so schreiben die Marktwächter unmissverständlich. Eine deutliche Aufforderung an die Verbraucher, besser einen großen Bogen um die Produkte der Prisma Life zu machen.

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Dies will die Prisma Life nicht auf sich sitzen lassen. In einem Statement auf der hauseigenen Webseite kündigen die Liechtensteiner an, dass sie derzeit rechtliche Schritte gegen die Marktwächter prüfen. Der Vorwurf: Was die Marktwächter der Prisma Life unterstellen, sei „grob irreführend“ und schlichtweg „objektiv falsch“. Man fühlt sich zu Unrecht verleumdet.

Sieben Prozent Abschlusshonorar

Konkret geht es um den Vertrieb von Prisma-Life-Produkten über die Afa AG, ein Finanzdienstleister mit Sitz in Cottbus und Berlin. Über einen Zusatzvertrag, der unabhängig von der Lebensversicherung abgeschlossen wird, sichert sich der Mehrfachagent bis zu sieben Prozent des Beitragsvolumens als Abschlusshonorar, berichten die Marktwächter. Marktüblich sei jedoch, dass in den ersten fünf Jahren nach Vertragsabschluss zwischen 2,5 und vier Prozent als Provision oder Honorar gezahlt werden. „Weit über den gängigen Marktpreisen“ liegen die Kosten, so schlussfolgern die Marktwächter Finanzen, und werten dies als „schamlos“.

Doch damit nicht genug. Provisionsvermittler dürfen ihr Abschlusssalär in der Regel nur voll behalten, wenn der Kunde innerhalb der ersten fünf Jahre nicht kündigt: dies sieht die Stornohaftung vor. Anders hingegen, wenn gegen Honorar beraten wird. Weder die Prisma Life noch die Afa AG haften, wenn der Kunde mit seinem Vertrag unzufrieden ist, so klagt die Verbraucherzentrale Hamburg. Im Gegenteil: der Kunde schließe mit der Afa AG einen gesonderten Honorarvertrag ab, zusätzlich zum Lebensversicherungs-Vertrag. Dieser Extra-Vertrag sei „unkündbar“. Selbst wenn sich jemand nach kurzer Zeit wieder von seiner Lebensversicherung trennt, müsse er weiterhin das Honorar bedienen.

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Weil das Honorar aber nicht direkt über den Versicherer abgeschlossen werde, könne die Prisma Life damit zwei Urteile des Bundesgerichtshofes umschiffen, zum Nachteil des Kunden (Az. IV ZR 295/13 und IV ZR 255/13). Der BGH hatte entschieden, dass eine Kündigungsmöglichkeit für gesonderte Kostenausgleichsvereinbarungen, die Versicherer neben dem eigentlichen Lebensversicherungsvertrag mit ihren Kunden abschließen, in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen nicht ausgeschlossen werden darf. Diese Option bestehe für Kunden der Prisma Life nun nicht mehr, weil das Honorar extra mit einem anderen Dienstleister vertraglich abgerechnet werde. Nach Interpretation der Marktwächter eine mehr als fiese Nummer.